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Autor: Hana
Hauptcharakteren: Lilly, Laura, Jan & Timo
Nebencharakteren: David, Linke, Juri, Franky, Lillys Mum & Timos ständig wechselnden Bettgeschichten ;p

 

"War das nicht total geil," fragte ich Laura, nachdem das Konzert zu Ende war.
"Aber sowas von! Die haben mal wieder so die Bühne gerockt!" Verträumt schaute ich an den Himmel, die Sterne funkelten hell und eine kalte Briese wehte mir durchs Haar. Dieses Konzert war echt das Beste. Die Jungs haben total gerockt und dabei sahen sie wieder unglaublich gut aus- wie immer. Jan hatte diesmal sogar gar keine Maske auf, ich hatte ihn zwar auch schon ohne die Maske gesehen, aber bei einem Auftritt noch nie. Der muss sich echt nicht für sein Aussehen schämen, dachte ich.Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen.
 "Lilly. Wollen wir nicht noch was essen gehen? Ich hab soooo einen hunger, dass glaubst du mir gar nicht."
 "Mhh, wir können doch auch bei mir was essen."
 "Ach, komm schon. Was wollen wir denn schon zu Hause?"
"Schon okay. Aber dann lass uns zu Mc Donals gehen, okay?"
"Klar. Nochmals danke, dass du mich gefragt hats, ob ich mit dir aufs Konzi komme."
"Wen soll ich denn sonst fragen," lachte ich. Eigentlich war es nicht zum lachen, seitdem ich hierher gezogen bin, habe ich mir nicht viele Freunde gesucht, außer Laura eben. Aber Nevada Tan machen mir immer wieder Mut, mit ihrer Musik.
Nach ein paar Metern waren wir im Mc Doof angekommen und ich setzte mich an einen Tisch, währenddessen Laura sich etwas zu essen holte. Sie brachte mir etwas mit. Ich blickte mich um. Hier war nicht gerade viel los. Nur dorthinten saßen ein paar Jungs und eine Mutter mit ihrem Kind saß einen Tisch neben unseren. Ich wartete eine ganze Weile und Laura war immer noch nicht zurück. So viel Betrieb konnte hier doch gar nicht mehr sein, ich stand also kurz auf und lief um die Ecke um einen Blick auf die Theke zu haben. Das war der Grund, warum sie als nicht kam: Sie unterhielt sich mit einem Jungen. Ich wollte nur kurz hingehen und ihr das essen abnehmen, dann konnte sie sich gerne weiterunterhalten. Doch als ich näher kam, erkannte ich erst mit wem sie sich unterhielt. Es war:
"Franky!"
"Hi, wie geht`s?"
"Gut, danke. Und dir selber?"
"Auch gut, war heut nur sehr anstregend."
"Laura, kneif mich mal.Ich glaubs nicht, Franky hier anzutreffen."
"Naja, wir haben auch hunger," lachte er.
Die anderen Jungs sind auch hier? Dann waren es die Jungs, die ganz hinten saßen. Ich fasste mein Glück nicht.
"Achso, wie heißt du überhaupt?"
"Oh, endschuldige. Ich heiße Lilly."
"Wollt ihr euch zu uns setzen?"
Laura und ich guckten uns an und grinsten über beide Ohren.
"Klar," sagte Laura grinsend.
Als wir zu den anderen Jungs gingen, zitterte ich am ganzen Körper. Ich konnte nicht fassen, dass ich so viel Glück hatte.
"Hey Leute, das sind Lilly und Laura. Sie waren heut Abend auch auf dem Konzert."
"Setzt euch doch," sagte David.
Ich setzte mich neben Jan und Laura neben T:mo.
"Jan, warum hast du eigentlich die meiste Zeit deine Maske auf," fragte Laura.
"Naja, er ist so hässlich, da muss er sie eben auflassen," lachte T:mo.
Ist er überhaupt nicht, dachte ich mir.
"Zum Essen musst du sie abnehmen," meinte Franky.
Dann nahm er sie auch ab und fing an zu essen. Ich musste ihn die ganze Zeit beobachten, man was ist der hübsch.
"Wie fandet ihr denn das Konzert," fragte Jan.
"Ich fands super, ihr habt voll gerockt," entgegnete ich ihm.
"Danke. Ihr kommt doch sicher nochmal auf eins unserer Konzerte oder?
"Klar," sagte Laura.
"Am Besten fand ich Neustart, Himmel hilf und Ein neuer Tag."
"Das sind auch meine Lieblingslieder, " meinte Jan.
"Wirklich?!"
"Ja!"
"Ich finds einfach hammer geil. Ihr macht gute Musik und seid auch noch super freundlich!"
"Tja, so sind wir halt," lachte T:mo, " nein, das war nur ein Spaß. Warum sollten wir unfreundlich sein? Ihr seid ja auch super freundlich zu uns."
"Super freundlich, wieil wir eure Platten kaufen," meinte Laura und grinste dabei ein wenig.
"Nein, ihr seid ja momentan auch total nett," sagte Franky.
"Ach Frank, du alter Schleimer," meinte Juri.
"Hört doch auf mich immer Frank zu nennen. Franky hört sich viel besser an."
Ich hörte gar nicht richtig bei dem Gespräch zu, weil ich und Jan uns die ganze Zeit angrinsten. Was hatte ich für ein Glück. Aber ich glaubte kaum, dass Jan mich wirklich toll fand.
"Und wo gehts morgen hin," fragte Laura.
"Nirgendswo. Wir bleiben noch zwei Tage in Köln."
"Jaaa, in dieser..." fing Franky an.
"Verdreckten Stadt," folendete ich.
"Warum redest du so über deine Heimat," fragte Juri.
"Das ist nicht meine Heimat. Ich bin hier her gezogen, vor einem Monat. Ich komme ursprünglich aus Hamburg."
"Na da ist es sowieso viel schöner," sagte T:mo.
"Ja, das stimmt."
"Hast du dir schon viele, neue Freunde gesucht," fragte Jan.
"Nicht wirklich. Laura ist die einzigste. Und mit meiner Klasse versteh ich mich auch nicht sonderlich gut."
"Warum bist du denn umgezogen?"
"Naja, nachdem mein Vater meine Mum verlassen hat, wollte die einen Neuanfang machen und dazu wollte sie eben auch umziehen, aus der Wohnung raus und so halt."
Jan nahm mich in den Arm.
"Das tut mir alles voll Leid."
Ich fühlte mich so wohl und das war so süß von ihm.
Wenigen Minuten später wollten die Jungs ins Hotel, weil sie so müde vom Auftritt waren.Ich dachte, so das wars jetzt mit dir und Jan, es war doch alles nur Einbildung. Einfach so würde er jetzt raus aus dieser Tür gehen und nicht einen Gedanken an mich verschwenden. Dass Glücksgefühl, dass ich vor ein paar Minuten noch hatte, verschwindete plötzlich-einfach so.
Natürlich machten wir noch Fotos mit den Jungs, doch als sie sich dann verabschiedeten, war ich echt traurig und kurz vorm Heulen, auch wenn das idiotisch war. Doch Laura verstand mich, sie wusste das ich endtäuscht war.
Als wir dann abends im Bett lagen, redeten wir natürlich auch über das Geschehene. So viel Glück hatte ich noch nie in meinem Leben, zum Glück hatte mich Laura doch dazu überredet noch etwas Essen zu gehen.Laura konnte sich überhaupt nicht entscheiden, wen sie süßer fand: Franky oder doch T:mo. Aber für mich war diese Endscheidung klar: Jan. Schade dennoch, dass ich mir zuviele Hoffnungen gemacht habe. So war es immer bei mir, wie die Hoffnung, dass meine Eltern doch wieder zusammen finden würden. Doch das war ja auch nicht der Fall. Ich war eben schon immer so naiv und gutgläubig.
Sehr viel Zeit um die vergangenen Dinge zuverarbeiten blieben mir in dieser Nacht nicht, denn ich war fix und fertig. So müde war ich schon lange nicht mehr, wahrscheinlich war es diese ganze Aufregung an diesem einem Abend. Deshalb schlief ich nach kurzer Zeit seelenruhig ein.
"Lilly! Lilly, aufstehen."
"Was ist denn los? Ich will schlafen," rief ich und schmiss Laura mein Kopfkissen ins Gesicht.
"Komm schon, es ist bereits zehn Uhr. Wir wollten doch noch shoppen gehen."
"Laura, ich fühle mich wie eine Leiche! Wenn ich heut shoppen gehe, dann kannst du mich auf dem Boden abkatzen, weil ich so müde bin und nur noch schlafen will."
"Ich habe aber eine Überraschung für dich."
"Laura, ich weiß das wirklich sehr zu schätzen, aber ich bin müde und traurig. Traurig wegen Jan."
"Ich weiß, deshalb will ich dich ja aufheitern."
Das könnte nur er, dachte ich mir und stand geschwächt auf.
Nachdem Frühstück machte ich mich noch fertig. Ich fühlte mich nicht nur wie eine Leiche, ich sah auch aus wie eine. Fette Augenringe zierten mein käseweißes Gesicht. Erstmal schminken, ansonsten kann ich mich nicht aus dem Haus trauen. Das ist echt eine Zumutung für die Menschheit. Doch nach langen schminken sah ich einigermaßen passabel aus, nicht gut, aber ok. Ich traute mich aus dem Haus und wir liefen langsam in die Innenstadt um nach ein paar neuen Klamotten Ausschau zu halten. Dennoch, ich konnte den gestrigen Abend nicht vergessen- wie auch? Es war der Schönste den ich je hatte, wahrscheinlich auch der schönste, den ich je haben würde. Aber diesem Abend nachzutrauern brachte mir auch nichts. Was macht man wenn man Liebeskummer hat? Schokolade fressen und shoppen und genau das hatte ich jetzt vor. Extrem Shopping!
Nach mindestens zwei Stunden hatte ich mir drei Oberteile, Schmuck und eine neue Jeans gekauft, aber besser ging es mir trotzdem nicht.
"Komm Lilly, wir setzen uns hier in das Cafè!"
"Meinetwegen!"
Wir bestellten uns beide einen Milchshake, Laura versuchte dabei mich aufzumuntern, doch gelingen würde ihr das nicht! Eigentlich war ich kein pessimistischer Mensch- naja eigentlich!
Wir redeten einige Zeit über Gott und die Welt.
"Weißt du was , Laura? Noch zwei Jahre Schule, danach nie wieder in diese scheiß Schule."
"Ach komm schon, so schlimm ist sie auch nicht. Es gibt schlimmeres!"
"Was gibt es denn Schlimmeres? Ich habe keine Freunde, mein Vater hat meine Mum verlassen und in der Schule bin ich total abgeruscht. Also sag mir, was schlimmer ist."
"Naja, wenn deine Überraschung da ist, redest du nicht mehr so!"
"Ach, so dolle kann das auch nicht sein!"
"Ohhh doch. Das wird es -versprochen."
Aufeinmal hielt mir jemand von hinten die Augen zu. Was sollte das jetzt? Ich hasste Überraschungen überalles.
"Rat mal wer da ist," meinte Laura zu mir.
"Woher soll ich das denn wissen? Höhstwahrscheinlich ist das Jan," sagte ich ironisch.
Dieser jemand nahm nun die Hände vor meinen Augen weg. Ich drehte mich um und konnte meinen Augen kaum glauben, es war wirklich Jan.
"Jan, was machst du denn hier? Und wieso bist du hier? Und woher weißt du, dass wir hier sind?"
"Dafür kannst du dich bei deiner Freundin Laura bedanken."
Ich stand auf und umarmte Laura erstmal und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
"Danke Laura, für alles."
"Dafür sind Freunde doch da. Ich geh dann mal zu den anderen."
"Sind die auch da?"
"Ja," meinte Jan.
"Dann sag ihnen mal bitte ganz liebe Grüße."
Sie winkte uns nur kurz zu und lief dann in die entgegengesezte Richtung, wie Jan und ich.
"Wie kommt es, dass ihr euch nochmal mit uns treffen wolltet?"
"Du gingst mir einfach nicht mehr aus dem Kopf."
"Wow, das ist echt unglaublich. Aber woher wusstest du, dass wir hier waren."
"Ich habe Laura meine Handynummer gegeben, es sollte eine kleine Überraschung für dich sein."
"Es war eine rießen Überraschung."
Dann schweigten wir uns guckten uns in die Augen. Der helle Wahnsinn.
Diese Augen waren unglaublich, das was geschehen war, ist unglaublich. Das ich mit Jan hier stehe, ist unglaublich. Es kam mir alles vor, als wäre es nur ein Traum, aber das war es nicht-zum Glück. Ich war echt sehr dankbar, dass ich hier sein konnte und das ich eine so gute Freundin wie Laura gefunden hatte.
"So viel Glück hatte ich noch nie, Jan!"
"Das ist kein Glück- das ist Schicksal. Weißt du, es ist eigenartig. Ich habe eine knappe Stunde mit dir geredet gestern und seitdem gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Sowas ist mir noch nie passiert und dieses Gefühl macht mich einerseits glücklich, aber einerseits macht es mir auch ein wenig Angst."
"Ich weiß was du meinst. Ich verstehe deine Angst und mir geht es genauso. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, wenn wir uns hier treffen und so miteinander reden, aber in diesem Augenblick fühlt es sich richtig an."
"Ich denke, wir würden uns sogar blind verstehen."
Ich grinste verlegen. Ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte.
"Weißt du, was ich bei dir besonders süß finde?"
"Was denn?"
"Du bist so schüchtern."
"Willst du dich über mich lustig machen," lachte ich.
"Nein, ich meine das wirklich so."
"Das ist lieb von dir."
"Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich nie mehr so sehr zu einem Menschen hingezogen zu fühlen, aber du hast diesen Plan zerstört. Weißt du, ich kann noch nicht von Liebe reden, ich kenne dich so kurz, aber ich würde dich gerne öfter sehen."
"Ich glaube nicht das, dass eine gute Idee ist!"
Jan schaute mich geschockt an. Für diesen Satz, hätte ich mich selber schlagen können.
"Warum?"
"Naja, du bist in einer Band. Wir hätten doch niemals Zeit füreinander. Außerdem was würde euer Manager dazu sagen?"
" Also erstens Mal, die Zeit würde ich mir nehmen. Und unser Manager sagt dazu gar nichts. Wir sind nicht wie Boybands, die sich alles vorschreiben lassen. Lilly bitte! Lass es uns probieren. Einfach nur ein paar Mal treffen und wenn wir merken: Okay, es geht nicht, dann lassen wir es! Merkst du es denn nicht? Dieses Gefühl, dass es zwischen uns gibt?"
"Doch natürlich. Aber ich habe einfach nur Angst!"
"Wir werden das schon schaukeln. Ich weiß das."
"Okay Jan. Lass es uns probieren. Wir haben nichts zu verlieren."
Er umarmte mich und gab mir einen Kuss auf die Wange.
Ich glaube ich bin der glücklichste Mensch auf Erden,`dachte ich mir. Trotzdem hatte ich meine Bedenken. Er legte sein Arm über meine Schulter.
"Ich verbringe gerne Zeit mit dir, Lilly. Du bist nicht so wie die anderen Mädels."
"Dito. Ähh nur das du nicht so bist, wie die anderen Jungs."
Er fing an zu Lachen.
"Sehen wir uns morgen wieder? Wir fahren erst am Abend weiter."
"Gerne, willst du schon gehen?"
"Nein, aber ich wollte nur bescheid wissen. Und unsere Handynummern, die müssen wir auch noch austauschen."
Ich nickte nur und wir tauschten erst Mal die Nummern aus.
"Ich vertraue dir und ich weiß, dass du sie niemals weiter geben würdest."
"Danke."
Plötzlich kamen uns zwei Jungs aus meiner neuen Klasse entegegen. Ich erkannte sie schon vom Weitem. Sie mobbten mich sehr oft.
"Ohh nein!"
"Was denn?"
"Dort vorne sind zwei Typen aus meiner neuen Klasse, naja und die mobben mich halt sehr oft."
Er nahm den Arm von meiner Schulter.
"Dann können wir schonmal ein Problem aus der Welt schaffen," meinte er plötzlich.
"Jan? was hast du vor?"
"Ich werde mit ihnen reden, was sonst?!"
"Nein Jan, bitte nicht. Bitte lass es! Das gibt nur noch mehr Stress."
Er hörte nicht auf meine Worte, ich hielt ihn schließlich am Arm fest und zog ihn zurück zu mir. Wir schauten uns in die Augen und ich nahm ihn in den Arm. Ich wollte nicht, dass er mit denen redet, er würde alles nur noch schlimmer machen. Auch wenn er es nur nett meinte. Es war schon alles in Ordnung so!
"Ich verstehe das nicht, ich hätte doch mit denen reden können!"
"Jan, ich weiß du meinst das alles nur nett, aber es würde alles nur noch schlimmer machen! Außerdem es geht mir gut- außergewöhnlich gut!"
"Liegt das vielleicht an mir?"
"Vielleicht! Vielleicht auch nicht," grinste ich ihn an. Natürlich lag es an ihm- an wem sonst?! So ein Glücksgefühl hatte ich noch nie, aber es gefiehl mir.
"Wollen wir heut Abend nicht mal ins Kino oder so?"
"Natürlich, warum nicht! Aber vorher würde ich gerne nochmal nach Hause."
"Ich kann doch mitkommen."
"Natürlich, aber meine Mum wirst du nicht kennen lernen."
"Warum?"
"Naja, sie ist mal wieder auf einer Geschäftsreise. Komm, lass uns gehen!"
Als wir schließlich vor unserem Haus ankamen, schloss ich die Haustür auf.
"Joa, das is dann wohl unser Haus."
"Cool. Aber als erstes will ich mal dein Zimmer sehen."
"Okay, aber daran ist nichts besonderes."
"Das werden wir sehen," grinste er. Daraufhin sind wir dann in mein Zimmer gegangen, Jan schien es zu gefallen. Überall an den Wänden hingen Bilder, die ich selbst gemalt hatte. Unteranderem sehr viele von Jan- man was war das peinlich.
"Du bist ja ein super Zeichner!"
"Naja, es geht. Sowas passiert eigentlich nur aus Langeweile."
"Also am Besten gefallen mir die Bilder von mir."
"Du bist doof,"sagte ich grinsend.
Er stellte sich vor mich.
"Sag mal, bist du eigentlich kitzlig?"
"Ja, warum?" Er starrte mich an und fing an zu grinsend. Dann packte er mich und schmiss mich aufs Bett, er fing an mich zu kitzeln.
"Jan, hör auf! Ich mach mir in die Hose," sagte ich und musste dabei fürchterlich lachen.
Dann setzte er sich auf mich und kitztelte mich weiter.
"Jaaaaaan.. hahaha! Hör auf! Hahaha."
"Ist doch lustig," meinte er und machte weiter.
"BItte... hahaha! Nur eine kleine Pause."
Dann hörte er auf und guckte mir tief in die Augen.
"Bitte, nicht nocheinmal," sagte ich und musste immer noch lachen.
"Okay, aber nur weil du es bist."
Nach diesem "Krieg" gingen wir hinunter in die Küche.
"Man, hab ich einen Hunger," sagte ich.
"Ich auch."
"Ich bestell uns mal ne Pizza!"
"Das ist ne super Idee."
So bestellte ich uns eben eine Pizza.
"Wollen wir nich hier eine DVD gucken, ist doch das selbe wie im Kino," meinte ich.
"Klar. Welche DVD`s hast du denn hier?"
"Hmm verschiedene. Musst mal dahinten in dem Schrank gucken."
"Du hast aber ziemlich viele DVD`s! Wollen wir einen Horrorfilm gucken?"
"Meinetwegen, aber bei sowas hab ich schreckliche Angst."
"Naja, ich bin auch noch da," sagte er grinsend, ,,wir wärs mit House of Wax?"
"Klar."
"Dann werden wir alle eingewachst," lachte er.
"Spinner," sagte ich lachend.
Er schmiss die DVD in den Rekorder und es startete. Plötzlich wurde einem Mann im Film die Fußsehne durchgeschnitten und er wurde eingewachst. Das fand ich wirklich wiederlich. Ich schreckte auf, denn es klingelte an der Tür.
"Jan, geh du dran... ich hab Angst. Das Geld liegt auf dem Tisch," sagte ich und hielt mir ein Kissen vors Gesicht.
Er ging an die Tür und machte sie auf. Plötzlich schrie er auf. Ich stand auf und rannte zur Tür.
"Was ist denn?!"
"Nix, ich wollt nurmal gucken, ob du kommst," lachte er laut.
Ich guckte ihn an und fing einfach nur an zu lachen.
"Man, ich hab mich voll erschreckt!"
"Hier ist eure Pizza! Sind sie nicht dieser DJ von dieser Band?!"
"Ja, genau dieser DJ. Die Band heißt Nevada Tan."
"Kann ich ein Foto von euch beiden machen?"
"Klar, aber warum wollen sie mich auf dem Foto haben?"
"Einfach nur so."
Er holte sein Handy raus und knipste ein Foto von Jan und mir. Danach nahmen wir die Pizza, bezahlten und gingen wieder aufs Sofa.
"Ein eigenartiger Typ," sagte ich.
"Ja, sehr komisch," sagte er ironisch.
"Was ist denn jetzt los?"
"Naja, der Typ fand dich toll, war ja kaum zu übersehen."
"Och Jan! Hör auf damit! Das ist so schwachsinnig!"
"Warum wolte er denn sonst ein Foto von dir haben?"
"Keine Ahnung! Ist doch auch egal. Ich will mich nicht mit dir streiten."
"Hast ja Recht! Sorry."
"Schon gut." Ich startete den Film wieder. Als der Film immer brutaler wurde, rückte ich näher zu Jan. Er legte seinen Arm um mich.
"Ich hab Angst!"
"Ich weiß. Oh warte, mein Handy vibriert!"
Er ging dran.
"Jau, Jan am Apparat!" Ich hörte wie jemand ins Telefon schrie.
"Alta, wo bist du?"
"Bei Lilly. Wir gucken gerade eine DVD!" Jan machte den Lautsprecher an.
"Ach, haben wir euch bei irgendwas gestört," fragte T:mo. Ich erkannte nämlich seine Stimme.
"Ja man, beim DVD gucken."
Ich musste lachen, so viel Spaß hatte ich wirklich noch nie. T:mo musste auch laut lachen.
"Wir wollten euch eigentlich nur fragen, ob ihr nicht mit uns Party machen wollt."
"Naja, eigentlich wollten wir zu zweit eine DVD gucken."
"Dann kommen wir einfach vorbei. Laura weiß ja wo Lilly wohnt. "
"Genau, wir sind hier ganz in der Nähe," rief Laura ins Telefon, ,,Bis gleich."
"Aber..." Noch bevor Jan irgendwas sagen konnte, hatte T:mo schon aufgelegt.
"Das wars dann wohl mit unserem DVD-Abend," sagte er.
"Ja, aber was ich dir noch sagen wollte: So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr.Weißt du ,seitdem ich hier gezogen bin, hatte ich nur noch scheiß Tage, aber du hast alles geändert. Ich will nicht, dass ihr morgen wieder fahrt."
"Ich will das auch nicht, glaub mir. Aber die Musik bedeutet mir auch sehr viel."
"Ich weiß Jan, ich weiß. Ich akzeptiere es auch, aber ich finde es trotzdem schade."
"Ich würde auch noch sehr gerne, mehr Zeit mit dir verbingen. Ich bin froh, dass wir uns kennen gelernt haben."
Wir schauten uns tief in die Augen und unsere Lippen kamen sich immer näher. Ich schloss die Augen und mein Bauch kribbelte.
DING DONG! Na toll, gerade jetzt musste es klingeln. Ich machte die Augen wieder auf und sprang auf. Ich machte die Haustür auf. Es waren Franky, David, Juri, Linke, Laura und T:mo. Die sechs kamen rein. T:mo schmiss sich gleich neben Jan aufs Sofa.
T:mo: Na Alta, was habt ihr hier veranstaltet?
Ich: Sei doch nicht so neugierig! Was habt ihr denn gemacht?
Franky: Naja, nichts besonderes, aber wir hatten viel Spaß!
Jan: Wir auch.
T:mo musste sofort anfangen zu lachen.
"Nicht den Spaß, an den du jetzt schon wieder denkst," meinte ich.
David meinte dazu nur:"Typisch T:mo!"
"Boa ihr Schweine habt ohne uns Pizza gegessen," schrie Linke plötzlich empört.
 "Dafür haben wir Döner gegessen,"sagte Juri
 "Ich wollte aber doch eine Pizza," motzte er.
Alle mussten anfangen zu Lachen. Ich konnte das alles kaum fassen, Nevada Tan bei mir im Haus.
Laura fragte uns, was für eine DVD wir geguckt hätten.
"Du hattest sicherlich wieder Angst Lilly."
"Nein, ich war der, der Angst hatte," grinste Jan.
"Ja, ich musste ihm das Händchen halten."
Jan und ich grinsten uns einfach nur an. Was für ein Schwachsinn?! Die anderen beobachteten das eine Weile.
"Sagt mal, warum grinst ihr beiden so," fragte Linke.
"Nur so," sagte ich.
"Ja, klar. Nur so! Wir sind doch nicht dumm! Also was isn los," meinte T:mo.
"Keine Ahnung," sagte Jan, ,, wir verstehen uns einfach gut."
"Genau," meinte ich.
Die anderen grinsten uns an... als ob sie wüssten, was zwischen ihm und mir war.
"David, ich sagte doch wir stören die beiden," sagte Linke.
Ich schmiss ihm darauf ein Kissen gegen den Kopf.
"Idiot," lachte ich," ja, vielleicht habt ihr ja gestört."
"Genau, vielleicht waren wir gerade richtig dabei," lachte Jan.
"Und die Details," forschte T:mo nach.
"Die kriegst du vielleicht später einmal gesagt," meinte ich.
"Wirklich," fragte T:mo naiv.
"Nein," sagten Jan und ich im Chor. Er schaute uns beleidigt an.
"Alter, du bist ein Idiot," sagte Linke und schlug ihm leicht auf den Hinterkopf.
"Du glaubst jawohl selber nicht, das die uns die Details erzählen würden," meinte David.
"Leute, zerreist euch nicht euer Maul. Es war nichts zwischen uns- noch nichts," sagte Jan.
"Woher willst du denn wissen, dass da überhaupt mal was läuft," fragte ich grinsend.
"Uii Alter, lässt dich von ner Frau fertig machen," lachte T:mo.
"Und? Was dagegen!?"
"Man Alta, was hat Lilly mit dir gemacht," fragte David nach.
"Was meinst du," fragte ich.
"Komm, lass stecken," meinte Franky.
Ich setzte mich neben Jan aufs Sofa und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Nach kurzer Zeit schlief ich ein.
Mitten in der Nacht wurde ich wach, weil jemand auf den Boden stürtzte.
"Hallo? Wer isn da?"
"Ich bins, Jan. Lilly, können wir mal miteinander reden? Oben in deinem Zimmer,"flüsterte er.
"Ja, klar." Ich stand also auf. Die anderen lagen alle auf dem Boden verstreut und schnarchten so laut.
Wir gingen also zusammen hinauf in mein Zimmer. Ich machte das Licht an und wir setzten uns auf mein Bett.
"Was ist los?"
"Lilly. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube .. also ich denke, dass ich mich in dich verliebt habe," sagte er schüchtern.
"Jan, wir kennen uns jetzt knapp einen ganzen Tag."
Er legte seine Hand auf meine, die auf der Matratze lag.
"Ich weiß, aber so viel habe ich noch nie in meinem ganzen Leben für jemanden empfunden. Wenn ich mit dir zusammen bin, bekomme ich Bauchkribbeln.Das hatte ich zuvor noch nie!"
"Mir geht es doch genau, aber wir... ich mein, was sollen denn die anderen dazu sagen?"
"Das ist mir egal. Das einzigste was zählt, sind wir beide."
"Baaa Alta, wie schleimst du eigentlich rum," rief Timo, durch einen dünnen Türschlitz.
"Verpiss dich!"
"Komm ey, im Endeffekt willst du sie doch eh nur flachlegen."
Nun stand er auf und knallte die Tür zu. Meinte T:mo das jetzt wirklich Ernst? Ich konnte Jan nicht mehr in die Augen blicken. Vielleicht hatte T:mo Recht! Er setzte sich wieder zu mir und nahm meine Hand. Ich zog sie weg.
"Hör auf, Jan!"
"Glaub ihm das nicht! Es stimmt doch gar nicht!"
"Ich hab kein Bock auf so einen Scheiß! Es wäre besser gewesen, wir hätten uns niemals getroffen!"
"Warum sagst du das? Wir hatten so schöne Stunden zusammen! Lilly, ich habe mich in dich verliebt."
"Wie vielen Weibern hasde das jetzt schon gesagt? Ich will nicht eine von hunderten sein."
"Das bist du nicht! Niemals."
"Aber...," ich konnte meinen Satz nicht beenden. Er legte seinen Zeigefinger auf meinen Mund. Ich schaute ihm wieder in die Augen, ich merkte wie sie immer näher kamen. Ich konnte seinen Atem spüren. Dann küssten wir uns. Ich hatte brutales Bauchkribbeln und wünschte mir, es würde niemals aufhören. Nach ein paar Sekunden, die mir aber wie eine Ewigkeit vorkamen, beendete er den Kuss.
"Lilly, ich will dir beweisen, wie sehr ich dich liebe. Komm mit uns weiter auf Tour. Wir sind noch ne Woche unterwegs und du hast doch Ferien oder?"
"Ja, natürlich, aber wie soll ich das meiner Mum erklären? Dann musst du sie vorher kennenlernen."
"Nein, nein. Das ist keine gute Idee," sagte er und schüttelte den Kopf kräftig.
"Warum?"
"Naja, sehe ich aus wie der perfekte Schwiegersohn? Ich mit meinen verranzten Klamotten!?"
"Ich finde dich hübsch, egal wie du rumläufst! Aber du musst wissen, meine Mum hats nicht so mit Männern."
"Wegen deinem Dad?"Er legte sich hin und ich legte meinen Kopf auf seinen Brustkorb. Mir schossen die Tränen in die Augen. Ich wollte nicht über meinen Dad reden.
"Jan, er hat uns verlassen. Für seine Neue, einfach so. Ich bin im scheißegal."
Eine Träne kullerte mir die Wange runter. Er richtete sich auf und ich drehte mich zu ihm, sodass wir uns in die Augen sehen konnten.
"Bitte wein nicht! Du bist ihm nicht scheißegal." Er umarmte mich.
"Ich bin immer für dich da, dass sollst du wissen! Egal was passiert. Weißst du, du bist mir nicht scheißegal und deinem Dad auch nicht."
"Danke Jan, aber du kannst kaum meinen Vater ersetzen."
"Ich weiß.Das will ich doch auch gar nicht! Aber ich will dir zeigen wie viel du mir bedeutest.Ich würde mich freuen, wenn du mit auf Tour kommen würdest."
"Ich würde mich auch freuen. Aber ich glaube kaum, dass meine Mum das erlaubt. Sie würde es mir nicht gönnen!"
"Sie würde es dir nicht gönnen," wiederholte er.
"Ja, seitdem mein Dad weg ist, gönnt sie mir keinen Freund."
"Gab es denn so ein paar Kandidaten, die dein neuer Freund hätten werden können?"
"Ja, in Hamburg schon ein paar, aber dann bin ich ja hier her gezogen."
"Muss ich mir etwa Gedanken machen, wenn wir morgen nach Hamburg fahren und unser Konzert da geben?"
"Kann schon gut sein!"
"Denen schlag ich links und rechts eine, danach sind für mich keine Kongruetten mehr da!"
"Ich find dich unglaublich süß, wenn du eifersüchtig bist!"
"Ach, willst du mich wohl gerne eifersüchtig sehen," grinste er.
"Mhh, vielleicht," grinste ich zurück, " du verstehst es mich aufzumuntern."
"Ich kann dich einfach nicht traurig sehen!"
Ich schlief auf Jans Brustkorb ein.Am nächsten Morgen wurde ich durch lautes Geschreie wach. Ich rannte nach unten. Jan lag auch nicht mehr da. Als ich nach unten kam, wusste ich von wem das Geschreie kam.
"Mum, was machst du schon hier?"
"Tja, das gleiche könnte ich dich fragen? Was machst du mit diesem jungen Mann in deinem Bett?!"
"Nicht das was du jetzt denkst!"
"Ach nein, was denn sonst?!"
"Wir haben geredet!"
"Geredet," schrie sie, ,, und was zum Teufel, machen diese andern fünf Männer hier."
"Mama, die sind in einer Band, wir haben sie gestern kennengelernt. Und damit du dich gleich schonmal an den Gedanken gewöhnst: Jan ist jetzt mein Freund! Ich werde morgen mit ihm eine Woche lang auf Tour gehen."
"Das wirst du schön bleiben lassen!"
Dann erhob sie die Hand und schepperte mir eine und zwar vor allen. Ich merkte, wie meine Wange rot wurde, ich legte meine Hand auf die rote Stelle. Jan schaute geschockt zu mir. Mir schossen wieder Tränen in die Augen.
"Sag mal , geht es ihnen noch ganz gut," schrie Jan, ,, sie haben gerade ihre Tochter geschlagen!"
"Söhnchen, misch dich da nicht ein!"
Jan kam und gab mir einen Kuss auf die Stirn, dann flüsterte er mir ins Ohr:" Pack deine Sachen. Wir nehmen dich einfach mit."
Ich rannte also hoch und packte alles was mir wichtig war in einen kleinen Rucksack. Dann rannte ich runter.
"Du wirst nicht mit denen fahren, Lilly! Du bleibst schön hier!"
"Nein, ich lasse mein Leben nicht mehr von dir bestimmen! Ich werde jetzt mit Jan und den anderen gehen und wenn du meinst, du kannst das verhindern, dann werde ich ein nettes Gespräch mit dem Jungendamt führen!"
Nun sagte sie nichts mehr, sie stand einfach nur da und sah mich erschrocken an. Wir liefen hinaus. "Laura, bitte pass auf dich auf," sagte ich noch zu ihr, bevor ich in den schwarzen Wagen einstieg.
"Du auch! Meld dich bei mir, Süße!"
"Mach ich!"
Sofort als wir alle drinsaßen, fuhr der Wagen los. Jan fuhr und Timo saß auf dem Beifahrersitz. Ich saß neben David und Linke. Ich war traurig und wusste nicht, ob es richtig war einfach meine Mum im Stich zulassen.
"Ist deine Mum immer so drauf," fragte Timo.
"Alta, frag sie sowas doch nicht," fauchte Jan ihn an.
"Ach sorry, seitdem ihr ja gestern zusammen seid!"
Die Jungs blicken auf , starrten erst mich an und dann Jan.
"Was dagegen, außerdem warum guckt ihr so, habt ihr das denn nicht heut morgen mitbekommen," fragte Jan.
"Nicht wirklich, wir waren zu verschlafen,"entgegnete Franky ihm.
Timo seuftze nur laut.
Alle fingen an zu schlafen, außer natürlich Jan, der konnte nicht schlafen beim Autofahren. Ich, ich konnte auch nicht schlafen. Meine Gedanken schossen mir durch den Kopf. Meine Mum, Jan und Laura. Ich hatte Laura auch einfach dort stehen gelassen.
"Süße, schläfst du," fragte Jan.
"Nein, ich kann nicht schlafen."
"Ich weiß. Bereust du es, dass du mitgefahren bist?"
"Jein. Ich weiß es nicht. Meinst du es war richtig, meine Mum einfach im Stich zulassen?"
"DU hast sie nicht im Stich gelassen! Sie hat dich im Stich gelassen! Hat sie dich jemals gefragt, ob du in eine andere Stadt ziehen willst? Hat sie dich jemals gefragt, ob sie immer auf Geschäftsreisen gehen soll?"
"Nein, aber sie ist immer noch meine Mum."
"Ich weiß, Süße. Es ist ja erstmal nur für eine Woche!"
"Und was passiert mit uns, nach dieser Woche?"
"Ich weiß es nicht, wie es danach weiter gehen wird."
Würde er sich danach von mir trennen? Einfach so?Nur für diese eine Woche.
"Wenn du denkst, nach der Woche bist du mich los, dann denkst du falsch,"lachte er.
"Das will ich aber auch hoffen," grinste ich.Jan wusste immer, was ich hören wollte,`dachte ich mir und grinste weiterhin.
"Ich lass doch nicht meine Freundin einfach so gehen."
"Halts Maul, Jan," nuschelte Timo.
Jan strich ihm aus Spaß über die Wange.
"Och Timochen, schlaf ruhig weiter," sagte er dabei.
Timo schlug ihn leicht auf den Hinterkopf.
Irgendwie hatte Jan mich beruhigt, ich wurde nun stiller und konnte ein wenig schlafen- bis die anderen Jungs schließlich aufwachten, außer Linke. Der war mit seinem Kopf auf meine Schulter geruscht.
"Alta, macht der dahinten meine Freundin an,"fragte Jan David.
"Kann schon gut sein," grinste David frech.
Linke wachte vollkommend verpeilt auf. Er schaute auf.
"Was isn hier los," fragte er müde.Alle mussten anfangen zu lachen, außer Linke, der verstand die Welt nicht mehr.
"Wie lange müssen wir noch fahren,Jan," fragte Franky genervt.
"Ich schätze mal, noch zehn Minuten."
"Wisst ihr worauf ich mich schon besonders freue," meinte Juri.
"Ja, auf unseren neuen Tourbus, den wir in Hamburg bekommen."
"Und ich erst, dann fährt uns wenigstens einer und ich bin nicht mehr der Idiot, der alle rumfahren muss!"
"Genau, dann ist es ein anderer Idiot... naja alle gleich- Idioten sind Idioten,"meinte Timo, ,, also Lilly, wenn du keinen Idioten mehr willst, ich bin noch frei," grinste er mich an. Jan schaute zu Timo, dann wieder auf die Straße, dann wieder zu Timo...
"Ne, ne Timo. Ich liebe lieber einen Idioten, als einen der jeden Tag eine neue flachlegt. Außerdem ist Jan der süßeste Idiot, den ich je gesehen hab."
"Uhhh," rief Linke, ,, der hat gesessen, Alta!"
"Das weiß ich selber, Penner," sagte er und drehte sich beleidigt um.Ich grinste nur ein wenig.
"Süße, willst du heut beim Konzert dabei sein?"
"Ich würd lieber ein wenig durch die Stadt laufen, ist das schlimm?"
"Nein, ich versteh das. Aber wenn dann deine Typen dir hinterher laufen, dann ruf mich an,"lachte er.
Endlich waren wir angekommen und Jan fuhr gleich zur Halle. Es war ein schönes Gefühl wieder in meiner Heimatstadt zu sein. Ich hatte alles hier so sehr vermisst. Die Gebäude, die Menschen- einfach alles.An der Halle angekommen, standen schon einige Fans dort , aber die Jungs wollten erstmal all ihre Sachen in den Tourbus schleppen, der hammergeil aus. Jan stand vor dem Bus und betrachtete ihn mit großen Augen. Ich stelle mich neben ihn. Er legte seine Hand auf meine Hüfte und gab mir einen Kuss auf die Wange.
"Ich freu mich so für euch, dir bedeutet das alles sehr viel , oder?"
"Ja, ich bin stolz auf uns."
"Danke, dass ich bei euch schlafen kann und danke für alles!"
"Danke, dass es dich gibt. Bedank dich nicht dafür, es ist selbstverständlich."
"Nein, das ist es nicht."
Franky kam freudig aus dem Bus gesprungen.
"Alta, das ist echt unfassbar. Der ist riesig."
"Beruhigt dich mal, wie ein kleines Kind," lachte Jan. Er wante sich wieder zu mir, ,,weißt du, was ich mit überlegt hab?"
"Was denn,"fragte ich gespannt.
"Wenn die Tour beendet ist, dann nehmen wir uns alle erstmal eine Woche Urlaub. Dann pennen wir alle bei David."
"Der Arme."
"Nein, das macht er doch gerne," sagte Jan, zog David zu ihm, weil der gerade an uns vorbei lief, ,, stimmts?"
"Ja, das haben wir ja schon geklärt."
"Und das ist echt kein Problem für dich, wenn ich auch noch bei dir denn penn."
"Nein, Mädelsbesuch bin ich schon von Timo gewohnt."
"Vergleich sie nicht mit irgendwelchen Bettgeschichten von Timo."
"Nein, das wollt ich ja auch gar nicht. Ich wollte damit nur sagen, dass sie willkommen ist."
"Danke David. Ich weiß das echt zu schätzen."
Er grinste mich nur kurz an und lief wieder zum schwarzen Wagen, um die Sachen weiter auszuladen. Jan starrte die ganze Zeit den Tourbus an und grinste dabei.  Ich stach ihm leicht mit dem Zeigefinger in den Bauch.
"Du freust dich doch selber wie ein kleines Kind," grinste ich dabei.
"Komm wir holen unsere Sachen,"sagte er und lief zum Auto. Ich packte meinen Rucksack und wir gingen in den Tourbus. Er war wirklich schön. Eine kleine Küche, am Ende eine Sitzecke, sechs Betten und sogar ein kleines Bad. Ich sollte bei Jan im Bett schlafen und deshalb stellte ich meinen Rucksack dorthin. Jan kam und wir legten uns zusammen in sein Bett und zogen den Vorhang zu. Ich lag auf dem Rücken ,Jan lehnte über mir und strich mir übers Haar.
"Es ist so schön mit dir zusammen zu sein," flüsterte er und gab mir einen Kuss auf die Stirne. Dann umfasste er meine Hüfte. Er küsste mir am Hals entlang und mir gefiel es. Ich fasste unter sein T-Shirt und er küsste mich weiter. Ich hatte wieder Bauchkribbeln und mein Herz schlug wie wild. Plötzlich riss jemand den Vorhang weg. Wir schauten beide auf. Warum gerade jetzt?
"Softpornos in unserm neuen Tourbus," rief Timo. Die anderen Jungs kamen angerannt und starrten uns an. Alle hatten ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht.
"Boa Alta, was seid ihr alle notgeil," sagte Jan und zog den Vorhang wütend wieder vor.
"Ich muss mich endschuldigen für meine pupertären Bandmitglieder."
"Ich bin nicht pupertär," rief Timo.
Ich grinste nur ein wenig genervt. Manchmal nervten die Jungs, besonders Timo. Ich wusste aber, dass alles nur Spaß war. Und schließlich hatten wir immer was zum Lachen. Sie hatten mich alle super nett aufgenommen und waren immer hilfsbereit. Dafür war ich sehr dankbar. Dann riss schon wieder jemand den Vorhang weg. Diesmal war es aber Franky.
"Jan, komm schon. Soundcheck."
Er lies seinen Kopf fallen...
"Och nööö."
"Was sein muss, muss sein," sagte Timo und streckte seinen Kopf kurz in unsere "Kabine". Jan richtete sich auf.
"Wann seid ihr heut Abend ungefähr fertig," fragte ich.
"Ich denke mal, so um zehn," rief David.
"Ich werd mich dann mal ein bisschen in meiner alten Heimat umgucken," sagte ich und packte mir meinen Rucksack. Ich wollte gerade schon rausgehen.
"Hast du nicht was vergessen," fragte Jan. Ich lächelte und gab Jan einen Kuss auf die Wange.
"Viel Glück, Jungs," rief ich noch.Dann verließ ich den Bus und machte mich auf den Weg. Ich ging gleich in die Innenstadt. Ich kannte noch alle Geschäfte, es war schön wieder zu Hause zu sein. Eigentlich war ich nie richtig weggewesen. Ein Teil von mir blieb immer in Hamburg.
Ich stand vor einem Schaufenster, da schrie jemand:
"Lilly!" Ich drehte mich ruckartig um. Es war meine alte beste Freundin Emily.Ich rannte zu ihr und wir fielen uns in die Arme.
"Du hier? Was machst du hier? Süße, ich hab dich vermisst."
"Ich hab dich auch vermisst. Ich bin eigentlich nur zufällig hier."
"Wie ist es in Köln?"
"Komm wir setzen uns erstmal in ein Cafè, da können wir alles bereden."
So setzten wir uns hin und redeten die ganze Zeit, es tat gut mit einem vertrauten Menschen zu reden. Doch als es langsam dunkel wurde und die Zeit sich zehn Uhr näherte, sagte ich, ich müsse gehen. Wir umarmten uns und versprachen, dass wir in Kontakt bleiben.
Wieder im Tourbus angekommen, erzählte ich den Jungs erstmal über meine freudige Begegnung, doch die konnten keine richtige Begeisterung aufbringen. Sie saßen nur still in ihrer Sitzecke, die Köpfe auf die Tischkante gelegt und bei meiner Erzählung, nickten sie nur immer wieder. Ich setzte mich auf Jans Schoß, der dann aufblickte und mich zärtlich küsste. Das ging eine ganze Weile so.
"Was ist los mit euch," fragte ich verwirrt.
David blickte auf.
"Timo ist heißer," gab er mir als Kurzantwort.
Jetzt wusste ich was geschehen war. Die erste Tour und gleich musste so ein Scheiß passieren.
"Dann spielt doch Playback."
Jan guckte mich erschrocken an.
"Playback ist scheiße. Da können wir doch gar nicht richtig rocken, außerdem können sich die Kids dann auch unsere CD anhören- ist doch daselbe," sagte er traurig. Dann legte er seinen Kopf auf meine Schultern und umfasste meine Hüften. Die Jungs hätten heulen können, dass sah man ihnen an. Ich traute mich kaum noch ein Wort zu sagen.
"Und was macht ihr jetzt," flüsterte ich. Plötzlich sprang Franky auf, er hatte die Augen weit aufgerissen und hatte einen knallroten Kopf.
"Was sollen wir jetzt schon machen," schrie er mich an , ,, wir brechen die Tour ab!"
"Alta, schrei meine Freundin nicht so an! Sie kann nichts dafür, also halts Maul!"
Ich schaute Franky geschockt an, ich konnte doch wirklich nichts dafür. Ich war traurig und sauer zugleich. Ich hätte heulen können oder ihn eine Klatschen- doch ich tat nichts von alldem, ich starrte ihn nur an.
"Sorry," sagte er leise ,legte sich in sein Bett und zog den Vorhang vor. Draußen fing es an zu regnen, man hörte die Tropfen an die Scheibe schlagen. Dieses scheiß Wetter passt echt zu der Stimmung hier,`dachte ich mir.
"Tut mir Leid Leute," krächste Timo traurig, ,, es geht einfach nicht mit meiner Stimme."
"Schon gut," sagte David und legte seine Hand auf Timos Schulter.
"Ich denke, wir sollten unsere Ferien schonmal verlängern," meinte Juri.
"Denke ich auch," grübelte David.
Linke erhob seinen Kopf und schaute traurig in die Runde.
"Das ist doch scheiße. Ich hab kein Bock auf Ferien. Ich scheiß auf Ferien. Das hat mit deinem rumgefickte zu tun, Alta!"
"Das hat doch nichts mit seinem rumgeficke zu tun," meinte Jan.
"Linke, du musst das einfach akzeptieren," meinte David leise. Ich nickte nur einstimmig, denn nochmal etwas zu sagen, das traute ich mich echt nicht mehr. Ich konnte Franky ja verstehen, aber er musste seine Laune ja nicht an mir auslassen. Es regnete noch mehr und ein lauter Blitz ertönte. Ich schreckte zusammen.
"Alles okay," fragte mich Jan. Ich nickte nur wieder. Ich drehte mich ein wenig um und umarmte Jan, der zog mich noch näher an sich ran.
"Jetzt gibts hier schon wieder nen Softporno," grinste Timo dreckig.
"Hast du noch nie Menschen gesehen die sich lieben," fragte Jan.
"Jaaaa lieben, auf eine spezielle Art," grinste er wieder.
Alle schüttelten nur lachend den Kopf.
"Also ist es jetzt beschlossen- wir fahren nach Neumünster und pennen halt alle bei mir. Mal sehen was wir in den knapp zwei Wochen alles anstellen können."
"Wisst ihr, was mich richtig anfickt? Wir haben gerade einen neuen Tourbus bekommen und dann können wir mit dem noch nicht mal rumfahren und angeben," sagte Linke traurig und schaute raus aus dem Fenster. Ich stand wortlos auf und holte mir eine Cola aus dem Kühlschrank, danach setzte ich mich wieder auf Jans Schoß. Ich nippte an der Cola. Dann starrte ich eine ganze Zeit lang eine Stelle an. Die Jungs tun mir so Leid. Wie soll ich sie nur aufmuntern,`fragte ich mich. Jan tippelte nervös auf meinem Oberschenkel rum. Ich nahm seine Hand und legte sie auf meinen Oberschenkel. Keiner sagte ein Wort, es war eine betrückende Stille. Jan streichelte meinen Rücken, immer rauf und runter.
"Ohne dich würde ich das hier nicht aushalten," flüsterte er mir ins Ohr, ,,es macht mich total verrückt, dass wir die Tour absagen müssen."
"Ich weiß. Auch wenn es kein großer Trost ist, irgendwann werdet ihr die Tour fortsetzen und dann wird alles gut gehen- da bin ich mir sicher," flüsterte ich.
"Ich bin froh, dass du mitgekommen bist."
"Und ich bin froh, dass es dich gibt," sagte ich und unsere Lippen versiegelten sich. Ich fühlte mich einfach so wohl bei ihm, ein Leben ohne ihn, war undenkbar.
Dann gähnte Jan ganz laut und rieb sich die Augen.
"Wollen wir schlafen gehen, Süße?"
"Miteinander schlafen oder schlafen gehen," fragte Timo.
"Alta, such dir mal wieder eine die du ficken kannst. Du bist so notgeil," sagte Jan.
"Ich hab mehr zum ficken, als du denkst, Kleiner," meinte Timo leise.
 Ich stand auf und kletterte in sein Bett. Dort kuschelte ich mich mit ihm in seine Decke. Er legte seinen Arm um mich und küsste mich auf den Kopf.
Nach kurzer Zeit war er eingeschlafen, ich musste ihn die ganze Zeit beobachten, weil er so süß aussah.
"Ich weiß nicht, was ich ohne dich machen soll," flüsterte ich leise. Dann gab ich ihm noch einen Kuss auf die Wange und schlief schließlich auch ein.
Mitten in der Nacht wachte ich auf, weil mir furchtbar schlecht war. Als ich aufstand um mir ein Glas Wasser zu holen, bemerkte ich, das Franky hinten in der Sitzecke saß. Ich ging zu ihm.
"Darf ich," fragte ich und zeigte auf einen Platz neben ihm.
"Klar," sagte er leise. Seine Stimme klang traurig und verheult.
"Tut mir übrigens Leid, dass ich dich eben so angeschrien hab," sagte er kleinlaut.
"Schon gut, ich versteh dich ja. Aber du musstest deine Laune nicht an mir auslassen."
"Ich weiß, sorry.Kannst du bitte nochmal mit Jan reden, dass er nicht sauer auf mich ist?"
"Er ist nicht sauer auf dich. Er ist selbst traurig über die momentane Situation. Da ist ihm die Sicherung durchgebrannt."
"Wow, du kennst ihn ja ziemlich gut."
"Naja, wir hocken ja die ganze zeit aufeinander, aber mir gefällts," sagte ich und spielte an meinen Fingern rum.
"Dann hatte es jawohl eine gute Sache, dass ihr beiden doch noch ins MC Doof gegangen seid."
"Woher weißt du das?"
"Laura. Sie ist echt nett."
"Ich weiß. Ich hab sie echt sehr lieb und vermisse sie ganz schön. Warum bist du eigentlich wieder wach?"
"Ich konnte einfach nicht schlafen.Nachdem ihr schlafen seid, hat Timo die ganze Zeit von seinen Weibern erzählt."
"Typisch Timo. Ich kann ihn aber auch gut leiden, auch wenn er ein Checker ist."
"Das stimmt wohl," lachte er , ,,irgendwie cool, dass wir jetzt auch mal ein Mädel unter uns haben."
"Danke," grinste ich.
"Jan hat sich echt ganz schön verändert," meinte er und schaute verträumt an die Decke.
"Wie meinst du das?"
"Naja, bevor du da warst, hat er beim Autogramme schreiben alle Fans angeflirtet, aber wie. Und heute - gar nichts. Er wollte nur die ganze Zeit zurück in den Bus und auf dich warten."
"Süß oder," sagte ich und merkte, wie ich rot wurde.
"Du liebst ihn wirklich sehr. Das merkt man."
"Genau und deshalb geh ich jetzt mal wieder zu ihm," grinste ich, ,,danke Franky und gute Nacht."
"Träum schön," sagte er. Ich stand auf und legte mich wieder zu Jan. Ich hatte zwar immer noch Bauchschmerzen, aber es war ein bisschen besser geworden.

"Süße, wie wärs wenn du endlich mal aufstehst," sagte jemand über mir und ich konnte ganz klar erkennen, dass es Jan war. Er strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. Ich streckte mich und gähnte, dann kuschelte ich mich noch tiefer unter die Decke.
"Ich bin noch soooo müde," nuschelte ich.
"Was hast du denn heut Nacht gemacht," fragte er.
"Ich saß mit Franky in der Sitzecke- wir haben uns unterhalten."
"Achso, ist alles wieder okay zwischen euch beiden?"
"Ja," sagte ich und legte meine Hände um ihn. Wir guckten uns verliebt in die Augen. Dann küssten wir uns eine ganze Zeit lang.
"Hab ich dir schonmal gesagt, dass ich dich liebe," fragte Jan, nachdem wir uns voneinader gelöst hatten.
"Ja, aber ich höre es gerne."
"Wir sind schon längst in Neumünster angekommen."
"Was? Wie viel Uhr haben wir denn?"
"Ein Uhr. Du bist eine Langschläferin," grinste er und gab mir erneut einen Kuss.
"Ey Digga, helf mal," rief Timo.
Jan verdrehte die Augen. Ja, Timo nervte sehr oft.
"Ich würde so gerne mit dir einfach mal allein sein."
"Ich auch, aber du gehörst nunmal zu deinen Bandkolegen."
"Und zu dir."
"Das sowieso. Du bist mir wichtiger als alles andere auf der Welt."
"Frag mich mal."
"Digga! Jetzt beweg deinen Arsch endlich- sorry, du hast ja gar keinen," lachte Timo.
"Find ich schon," sagte ich grinsend.
"Deiner ist eh am Schönsten, Süße," sagte Jan extra laut. Wir grinstens uns an. Was Timo jetzt wohl gerade denken würde?
"Lass uns aufstehen und den andern helfen, Süße."
"Ja, find ich auch," sagte ich und gab ihm noch einen Kuss.
Als ich mir ein paar Koffer von den Jungs geschnappt hatte, lief ich raus und in die Richtung von Davids Haus.
"Yes! Meine Eltern sind ja gar nicht zu Hause," rief er, als er Jan und mir entgegen kam.
"Wo sind sie denn," fragte Jan.
"So ne komische Kur, eine Woche lang."
"Dann können wir ja richtig fett Party machen und ein paar Ladys einladen," freute sich Timo.
"Ja, bei dir wird das mal wieder Zeit," sagte Jan zu ihm. Timo machte nur eine dumme Fratze und schleppte weiter. Als wir das ganze Zeug ins Haus getragen hatten, sollte Jan noch den Bus wegfahren. Ich stand im Hausflur. Da kam Timo und legte einen Arm um mich, ich schaute ihn nur verwundert an.
"Soll ich dir mal die Bude zeigen?"
"Joa, warum nicht."
Schöne, braune Augen hatte er, aber das wars dann schon.
"Also hier ist das Bad, da ist meistens einer drauf. Hier ist das Wohnzimmer, die Küche, das Schlafzimmer von seinen Ellis und jetzt gehen wir runter in unsere eigene kleine Bude."
Wir gingen ein paar Treppenstufen hinunter. Die Jungs hatten sich hier unten echt gemütlich gemacht. Wir kamen in ein rießen Zimmer.
"Hier pennen wir immer alle und gleich da hinten ist unser Bad, wenn man als weiter geht, kommen wir zu unserem Proberaum. Aber da ist es ziemlich kalt drinne und eklig, aber zum Musik machen reichts. Wir kamen an einem großen Spiegel vorbei. Er blieb davor stehen.
"Findest du nicht, wir würden super zusammen aussehen?"
"Ganz ehrlich? Nein! Weißt du, ich lass mich nicht so gerne von irgendwelchen Typen flachlegen!"
"Als ob Jan irgendetwas anderes will."
"Hör auf damit!"
"Ist doch wahr! Der war früher schon so."
"Warum willst du alles zwischen uns kaputt machen?"
"Will ich doch überhaupt nicht. Ich will nur nicht, dass er dich endtäuscht und du traurig bist! Weißt du, es gibt auch noch ein paar Jungs, die besser für dich und außerdem noch hübscher."
"Wo denn? Ich seh keine," sagte ich und guckte mich um, ,, Timo, ich weiß nicht was du für ein Problem mit mir hast, aber du wirst Jan und mich niemals auseinander bringen. Weißt du, im Gegensatz zu dir, weiß er was wahre Liebe ist."
Er schaute mich sauer an, unsere Augen fixierten sich aufeinander, doch er fasste sich schnell wieder.
"Wirst schon sehen, wenn er dich das erste mal flachgelegt hat, dann will er plötzlich nichts mehr von dir wissen. Egal, wie du dich dabei fühlst," flüsterte er mir ins Ohr.
"Du musst nicht von dir auf andere schließen," sagte ich und stapfte nach oben. David saß in der Küche, ich ging zu ihm und setzte mich auf einen Stuhl.Ich war geknickt und traurig, warum auch immer. Ich brauchte einfach einen Rat. Er saß auf der Küchentheke.
"David?"
"Ja?"
"Was hat Timo für ein Problem mit mir?"
"Er hat kein Problem mit dir, das hat keiner hier. Es ist so, bei ihm geht es immer nur um das eine. Jan und du, ihr liebt euch, dass merkt man. Timo kann das nicht akzeptieren, er weiß nicht was richtige Liebe ist, weil er vom einen ins andere Bett hopst. Außerdem macht es ihn sauer, dass er dich nicht haben kann. Du reizt ihn! Versteh du? Normalerweiße sagen die Mädels immer ja zum ihm, du gibst ihm schlagfertige Antworten, das spornt ihn an."
"David, das ist krank."
"Das ist nicht krank, das ist Timo eben," grinste er, ,,aber vielleicht ein weig krank, da hast du Recht. Er ist trotzdem mein bester Kumpel!"
"Meinst du Jan will mich nur flachlegen," fragte ich und ein dicker Kloß hing mir im Hals.
"Nein, das glaube ich nicht. Wenn er das wollte, dann hätte er dich nicht mit auf Tour genommen. Außerdem hast du ihn verändert. Er ist ein richtiges Weichei geworden. Ich glaube es wirklich nicht, er macht den Mädchen keine Hoffnungen, die er nicht wirklich liebt. Wenn er geflirtet hat, war schon klar um was es geht. Und so war es bei dir nicht! Hat Timo das gesagt?"
"Ja, aber ich hoffe, dass es nicht stimmt." Das hoffte ich wirklich, ansonsten würde meine ganze Welt zusammenfallen, einfach so- wie ein Kartenhaus. Ich war traurig, aber wusste nicht warum. Eigentlich durfte ich auf das dumme Geschwätz von Timo gar nichts geben, aber wenn etwas wahres dran war? Er würde sich doch nicht einfach sowas ausdenken. Oder doch? Ich wusste es nicht und war total ratlos. Das sah man meinem Gesicht auch an- mein Blick war ratlos. Wie sollte ich jetzt mit der Situation umgehen? Einfach vergessen, dass konnte ich nicht. Vielleicht sollte ich mal mit Jan darüber reden, aber das würde doch nur Stress zwischen ihm und Timo geben, oder?
"Sollte ich mal mit Jan darüber reden," fragte ich David ratlos und er nickte nur.
"Und was ist, wenn Jan dann sauer auf Timo ist?"
"Sag ihm, er soll einfach mit Timo reden und ihm sagen, er soll sein Maul halten. Vielleicht hört er auf, wenn er Ärger von Jan bekommt. Er ist doch ein guter Freund ihm, auf den wird er schon hören. Aber ich denke du solltest mal mit ihm darüber reden."
"Über was sollte sie mit mir reden," hörte ich Jan sagen. Er trat in die Küche und legte die Busschlüssel auf den Küchentisch. David nickte mir zu und ging weg.
Jan kam und gab mir einen Kuss, doch den konnte ich nicht einfach so erwiedern. Er schaute mich fragend an und setzte sich dann auf einen Stuhl neben mir.
"Süße, was ist los?"
Dann schoss es aus mir hinaus.
"Timo meinte, du willst mich nur flachlegen," sagte ich schnell und mir schossen die Tränen in die Augen. Nicht weinen Lilly, nicht weinen,`dachte ich mir immer wieder.
"Und das glaubst du ihm," fragte er geschockt.
"Weiß nicht. Ich weiß nicht, wem ich glauben soll."
"Du weißt nicht, wem du glauben sollst," wiederholte er leise, ,,ich bin dein Freund, wie wärs wenn du mir vertraust."
Er griff nach meiner Hand und hielt sie fest. Er massierte sie und suchte den Blickkontakt, ja er wollte mich wieder mit seinen blaugrünen Augen fixieren.
"Süße, wenn ich das gewollt hätte, dann hätte ich dich nicht mit auf Tour genommen. Es macht mich traurig, dass du diesem dummen Geschwätz glaubst. Vertraust du mir nicht?"
"Doch, doch, aber ich war unsicher. Franky hat gesagt, du hast dich geändert."
"Hab ich, ich bin richtig weich geworden," grinste er, ,,wegen dir. Du bedeutest alles für mich, ich möchte mich nicht wegen Timo mit dir streiten. Er ist doch nur neidisch auf uns, er hat noch nie wahre Liebe empfunden. Unsere Verbundenheit, die kann keiner nachvollziehen. Wir sind füreinander geschaffen, Süße. Das kann keiner zerstören, schon gar nicht so ein neidischer Hopper."
Er hatte recht, er war ja nur neidisch. Warum war ich immer so gutgläubig? Irgendwann fall ich damit richtig auf die Schnauze,`dachte ich mir.
Er streichelte mir über die Wange und unsere Lippen kamen sich immer näher, bis sie sich zu einem leidenschaftlichen Kuss versiegelten.
"Sorry," hauchte ich. Er legte beide Arme um mich.
"Nein, du brauchst dich nicht zu endschuldigen. Ich bin froh, dass du mich darauf angesprochen hast."
Er schaute mich noch verliebt an und zog mich dann auf seinen Schoß. Er küsste meinen Nacken und sagte dabei jedesmal `Ich liebe dich`. Ich musste anfangen, leise zu lachen. Er umfasste meine Hüften und küsste mich immer weiter.
"Was willst du heute machen," fragte er mich.
"Ich weiß nicht, was willst du machen?"
"Zeit mit dir vebingen," sagte er und küsste mich erneut. Dann fing er an mich zu kitzeln. Ich musste laut lachen und wehrte mich.
"Oh man, das ist hier wie im Kindergarten," sagte Timo, der gerade in die Küche gekommen war, um sich etwas zu trinken zu holen. Dann setzte er sich auf einen anderen Stuhl und fing an zu kippeln. Dabei nippte er ein, zweimal an seinem Bier. Er tat mal wieder gelassen cool.
"Wenn dir was nicht passt, dann verzieh dich doch," meinte Jan sauer, der inzwischen aufgehört hatte mich zu kitzeln.
"Was hast du für ein Problem,Alta?"
"Steh mal bitte kurz auf," sagte er. Ich stand auf und er ging zu Timo. Der stand auf und die beiden stellten sich voreinander. Jan wurde knallrot im Gesicht und ballte seine Hände zu einer Faust.
"Du bist mein Problem," sagte er sauer.
Die beiden guckten sich in die Augen und kamen sich immer näher. Jan knallt dem gleich eine,`dachte ich.
Ich ging zu ihm.
"Hör auf damit, Jan. Ihr seid Freunde!"
"Halt dich da raus," sagte er und drückte mich weg. Dann wante er sich wieder zu Timo.
"Wenn du ein Problem mit unserer Beziehung, dann lass deinen Frust weder an Lilly noch an mir aus. Such dir echt mal wieder eine! Das nervt, dein ständiges rumgezicke. "
"Was ist, wenn ich mir gar keine mehr suchen will," fragte er provozierend.
"Hört jetzt endlich auf damit," sagte ich erneut.
"Ich hab dir schonmal gesagt, halt dich da raus," sagte er mit einer lauteren Stimme, als zuvor.
Wie meinst du das," fragte Jan misstrauisch.
"So wie ich es eben meine," sagte er und blieb immer noch cool.
"Ich glaub, ich sollt dir mal richtig eine knallen. Allein schon dafür, dass du meine Freundin die ganze Zeit angräbst."
"Jan, das stimmt doch gar nicht," sagte ich leise. Er beachtete mich überhaupt nicht.
"Was isn mit euch los," fragte Linke der plötzlich in die Küche kam.
"Die schlagen sich gleich," sagte ich zu ihm hilflos. Er schaute zu den beiden rüber und ging dann zu ihnen. Er zog Jan am Arm weg.
"Ist gut, Alter."
"Neee, nichts ist gut. Ich sags dir, du gräbst noch einmal meine Freundin an, dann knallts!"
"Er gräbt mich nicht an," sagte ich.
"Halt dich da raus, verdammte Scheiße!"
So kannte ich ihn gar nicht. Warum war er plötzlich so gemein? Das ist mir hier zu dumm,`dachte ich nur und verließ die Küche. Ich ging hinunter und dachte mir, dass ich mich einfach mal in den Proberaum setze. Ich kam dort hinein und nun ja, Timo hatte Recht: Es war kalt und eklig. In einer Ecke, stand ein Piano, da ich früher mal spielte, setzte ich mich davor und fing an irgendetwas zu spielen. Sollen die sich doch da oben die Köpfe einschlagen,`dachte ich sauer und spielte immer weiter. So ging das dann eine ganze Weile, bis jemand die Tür reinkam, es war Franky.
"Du spielst hier die ganze Zeit." Ich hörte auf.
"Ja, stört es euch," fragte ich.
"Nein, es hört sich schön an, aber irgendwie traurig."
"Joa, kann schon gut sein," sagte ich betrückt.
"Was ist los," fragte er.
"Ach, keine Ahnung. Eben hab ich irgendwie eine Seite von Jan gesehen, die mir ziemlich Angst macht."
"Naja, er kann ja nicht perfekt sein."
"Das erwarte ich ja auch nicht, aber warum musste er denn gleich so gewaltätig werden?!"
"Er war eifersüchtig, oder?"
"Ja, er hätte Timo beinahe eine geknallt, wäre Linke nicht dazwischen gegangen."
"Aber er liebt dich, das ist doch die Hauptsache! Er will dich nicht verlieren, deshalb macht er das. Wenn es um dich geht, dann ist er schon ziemlich ernst! Er will dich beschützen, auch wenn das manchmal ein bisschen Besitzergreifend rüberkommt. Glaub mir, er würde alles für dich tun."
"Du hast ja recht, aber er lässt mir ja fast keinen Freiraum mehr."
"Tja, Jan halt," grinste er.
"Danke Franky, du bist echt ein wahrer Freund," sagte ich und umarmte ihn.
"Kein Problem," sagte er, ,,meinst du, du kannst "Vorbei" auf dem Klavier spielen?"
"Keine Ahnung, ich kanns ja mal probieren."
Dann fing ich an "Vorbei" zu spielen und Franky fing an zu singen. Der hatte echt eine schöne Stimme- unglaublich. Als wir fertig waren, klatschte ich erstmal für Franky.
"Deine Stimme ist echt unglaublich," sagte ich grinsend.
"Aber du kannst super Klavier spielen," grinste er zurück.
"Naja, passt schon. Ich habs früher immer gespielt, aber in letzter Zeit überhaupt nicht."
"Vielleicht machst du mal ein Lied mit David, der spielt ja auch Klavier."
"Ne, ne. Lieber nicht."
"Weißt du was," fragte er, ,,ich hab einen Hunger. Das ist echt nicht normal."
"Ich auch," sagte ich und legte die Hand auf meinen Magen, ,,aber da oben, fliegen gerade die Fetzen."
"Ach komm, die haben sich sicherlich wieder eingekriegt. Komm wir gehen hoch und essen was. Oder willst du hier verhungern?"
"Nein," lachte ich. Wir gingen zusammen hoch, es war totenstille. Jan war der einzigste, der in der Küche saß. Er wirkte ganz abwesend. Ich wollte über meinen eigenen Schatten springen und ihn einfach umarmen. Auch wenn mein Herz schwer war, eigentlich war ich ziemlich nachtragend und konnte mich nicht einfach bei Leuten endschuldigen. Ich ging zu ihm.
"Ist alles wieder okay," fragte ich ihn.
"Ja, sorry das ich eben so ausgetickt bin," sagte er und zog mich wieder auf seinen Schoß.
"Endschuldige dich nicht bei mir, sondern bei Timo."
"Wir haben das geklärt."
"Dann ist doch alles wieder gut, oder?"
"Ja, natürlich. Aber trotzdem tut es mir Leid, ich wollt dich nicht so anschreien, Süße! Ich will dich einfach nicht verlieren."
"Ich will dich auch nicht verlieren, dafür bist du mir einfach zu wichtig."
Franky saß uns gegenüber und lächelte sich einen ab, er freute sich für uns. Dann klingelte es an der Tür.
"Ich geh schon," rief Timo und machte die Haustür auf.
"Da bist du ja endlich," sagte er etwas leiser, man konnte es dennoch verstehen. Es war eine kleine Blondine, etwa zwei Jahre jünger als ich selbst. Timo umarmte sie und steckte ihr die Zunge in den Hals, so sah es zumindestens aus.
"Wir sind mal unten," sagte er und zwinkerte uns zu, dann stapften sie die Treppen hinunter, man hörte nur noch die Tür zufliegen und naja mehr wollte man dann auch nicht hören. Franky schüttelte nur grinsend den Kopf.
"Typisch Timo," meinte er dabei.
"Ist doch besser so," warf Jan ein, ,,dann ist er wenigstens besser gelaunt."
"Aber was meinst du, wie jung die war?"
"Das ist Timos Sache, lass die beiden nur. Die wissen schon, was sie machen," meinte Jan zu mir, bevor er mich zärtlich küsste.
"Wo sind die anderen," fragte Franky nach einer Weile.
"Einkaufen," erwiederte Jan, ,,guck mal in den Kühlschrank, da ist gar nichts mehr."
"Och neee, ich hab so einen Hunger," motzte der rum und machte den Kühlschrank auf. Ja Jan hatte recht, dort stand nichts, außer eine Flasche Bier. Franky starrte das Bier an, machte dann aber wieder den Kühlschrank zu und wante sich zu Jan.
"Wollen die sich heut Abend wieder vollsaufen?"
"Keine Ahnung, sie wollten auf jeden Fall Alkohol mitbringen, ob sie sich nun vollsaufen, dass weiß ich nicht."
"Mit Sicherheit. So wie ich dich kenne, machst du auch noch mit," meinte Franky zu Jan.
"Nein, ich bin lieber mit meiner Süßen zusammen. Jede Stunde und jede Sekunde.Außerdem will ich keine Bierfahne haben."
Franky nickte wie verrückt: "Ja, du hast dich verändert, aber eher ins positive. Du bist erwachsener geworden."
"Tja, dass liegt wohl an meiner Süßen," sagte er und umfasste meine Hüften. Ich grinste nur verlegen.
"Nein, das liegt nicht an mir, du hast dich ja geändert."
"Wegen dir," sagte er und küsste mich auf die Wange.
"Ihr seid echt süß zusammen," sagte er und stand auf, ,,sagt mir bescheid, wenn die Jungs vom Einkaufen zurück sind. Ich geh ins Wohnzimmer und guck Fernseh."
Ich nickte nur. Jan zog mich noch näher an sich heran.
"Endlich mal alleine," flüsterte er mir ins Ohr.
"Aber leider nur sehr kurz," erwiederte ich ein wenig traurig.
"Irgendwann werden wir mal Zeit für uns allein finden, das weiß ich."
"Hoffentlich," sagte ich zu ihm und wir starrten uns tief in die Augen, ,,es ist nicht so, dass ich was gegen die Jungs habe, aber ich würde trotzdem gerne mit dir mal allein sein."
"Und was würden wir dann alleine machen," grinste er dreckig. Ich musst anfangen leise zu lachen.
"Da würde uns schon was einfallen," grinste ich zurück. Er grinste weiter und streichelte mir sanft über den Rücken.Dann flüsterte ich ihm ins Ohr, was wir alle machen würden. Er grinste weiterhin so dreckig und seine Augen fingen an zu strahlen.
"Ich glaube, wir sollten uns wirklich mal Zeit allein nehmen," sagte er freudig. Ich fing an leise zu lachen.Dann kamen aber auch schon die anderen vom Einkaufen wieder. Jan ließ den Kopf hängen.
"Gerade dann, wenn es spannend wird."
Die Jungs brachten alles ins Haus und Franky wollte was kochen. Mein Lieblingsgericht: Spaghetti Bolognese, aber das war anscheinend auch von den anderen das Lieblingsgericht. Als das Essen dann fertig war, kam Timo mit seiner kleinen Blonden hinauf. Er verabschiedete sich kurz von ihr und kam mit einem zufriedenem Lächeln in die Küche.
"Was grinst du denn so," fragte Linke.
"Ich genieße und schweige," sagte er dauergrinsend.
Wir verschlagen die Nudeln gierig, denn alle hatten schrecklichen hunger gehabt. Franky war echt ein Meisterkoch.
"Also Frank, ohne dich würden wir verhungern, glaub ich," meinte David.
"Oder den ganzen Tag nur Fast Food und Süßigkeiten fressen," sagte Jan mit vollem Mund.
"Oder Lilly würde das machen," meinte Franky.
"Ne, ne. Kochen kann ich überhaupt nicht. Höchstens ne Pizza auftauen- das wars dann aber auch schon."
"Ich überleg mir gerade so, in 10 Jahren. Wer kocht denn dann für euch beide," fragte Franky lachend.
"Du, wer sonst," sagte Jan, als wäre es selbstverständlich.
"Ne, ich such mir irgendwann auch mal ne Freundin."
"Aber so viel Glück wie ich wirste eh nicht haben," sagte er und streckte ihm die Zunge raus. Daraufhin streckte Franky ihm auch die Zunge raus. Das sind schon zwei Chaoten,`dachte ich mir. Dann fiel mir plötzlich ein, dass ich Laura mal anrufen sollte. Ich hatte mich die ganze Zeit noch nicht bei ihr gemeldet. Man, hoffentlich war die nicht sauer oder endtäuscht. Ich zückte mein Handy raus und wählte ihre Nummer.
"Wen rufst du denn an," fragte Timo immer noch mit einem Grinsen auf dem Gesicht.
"Laura," entgegnete ich ihm.
Tut-tut-tut
"Laura hier."
"Lilly hier," sagte ich cool.
"Süße, ich hab gedacht, du meldest dich überhaupt nicht mehr," sagte sie aufgeregt.
"Wir hatten hier ziemlich viel Stress, die Jungs mussten die Tour absagen," seuftze ich.
"Was? Warum das denn," fragte sie traurig.
"Timo ist heißer," sagte ich und stand auf. Ich machte eine kurze Handbewegung, mit der ich andeutete, dass ich rausgehen würde. Ich setzte mich auf die Treppe, des Einfamilienhauses und schaute mir den Sonnenuntergang an.
"Es ist echt schön hier," sagte ich verträumt, ,,schade, dass du nicht hier sein kannst. Ich vermiss dich voll. Die Jungs sind zwar alle super nett, aber das sind halt alles Jungs. Ich brauche eine weibliche Person."
"Ich vermiss dich auch voll. Wie lang wirst du noch bei denen bleiben?"
"Noch zwei Wochen," sagte ich und eine leichte Briese wehte mir durchs Haar, ,,hat meine Mum noch irgendwas gesagt?"
"Nein, so viel wie ich weiß, ist sie wieder auf einer Geschäftsreise."
Mir kamen schon fast die Tränen.
"Ich bin meiner Mum egal. Sie ist wahrscheinlich froh, dass ich weg bin."
"Nein, das denke ich nicht. Selbst wenn, du hast Jan. Er liebt dich doch. Und ich hab dich auch soooo dolle lieb."
"Ich dich auch. Weißt du, wie geil das wäre, wenn du jetzt hier sein könntest? Achso, mit Timo hat ich voll Stress und Jan auch."
"Warum?"
"Naja, David meint, er wäre eifersüchtig, weil er noch nie wahre Liebe für jemanden empfinden konnte. Weißt du, manchmal mag ich ihn super gerne, aber manchmal hasse ich ihn. Dann denke ich: Dieser dumme kleine Hopper, der denkt, er wärs! Aber dann im nächsten Moment denk ich so: Er ist ja doch nicht so verkehrt. Ich weiß nicht, was ich über ihn denken soll. Aber Franky, der ist nett und mit David kann man auch super reden. Juri ist irgendwie sehr zurückhaltend und Linke ist total verpeilt," lachte ich.
"Und Jan," fragte sie.
"Jan, er ist echt super süß, aber andererseits auch total eifersüchtig. Da muss mich nur ein Junge angucken und er könnte dem schon wieder eine Knallen. Und er lässt mir kaum Freiraum, aber hey, ich liebe ihn."
"Vielleicht solltest du trotzdem mal mit ihm reden, oder nicht?"
Plötzlich stand die Blondine von eben vor mir, ich starrte sie an.
"Warte mal kurz, Süße," sagte ich und legte mein Handy beiseite, ,,was willst du denn schon wieder hier."
"Kleines, ich will zu Timo. Übrigends nettes Top, was du da anhast."
Dumme Schlampe,`dachte ich mir. Timo spielt eh nur mit dir! Ich machte ihr die Tür auf und rief nach Timo. Der kam dann auch und zwinkerte mir zu. Dann steckten sich die beiden wieder die Zunge in den Hals. Die sind einfach nur wiederlich,`dachte ich mir. Ich nahm wieder mein Handy und die beiden liefen engumschlungen wieder ins Haus.
"Und in solchen Momenten hasse ich ihn," sagte ich seuftzend.
"Du Süße, ich muss jetzt Schluss machen- Abendessen, aber ich meld mich morgen bei dir, okay?"
"Ja, mach das. Ich vermiss dich."
"Ich dich auch und sag den Jungs schöne Grüße von mir, besonders Franky," sagte sie lachend.
"Mach ich. Ciao."
"Ciao," sagte sie noch und wir legten gleichzeitig auf. Ich blieb noch einen Moment draußen sitzen. Der Sommer kam endlich, das merkte man. Die Abende wurden immer länger und es wurde viel wärmer. Ich genießte es mal alleine zu sein. Ich schloss meine Augen und eine starke Briese wehte mir erneut durchs Haar. Ich spührte die warme Luft und schaltete richtig ab. Einfach mal relaxen. Vor einer Woche hatte ich Nevada Tan noch nie gesehen und jetzt sitze ich vor dem Haus von David-unfassbar. Das hätte ich nie im Leben gedacht... doch was würde nach den zwei Wochen aus mir und Jan werden? Ich musste wieder zurück nach Hause und er? Er würde seine Musikkarriere weiter machen. Vielleicht gab es keine Chance für unsere Liebe, vielleicht würden wir uns trennen. All diese Fragen schwirrten mir durch den Kopf und auf alle keine Antwort. Vielleicht sollte ich es jetzt schon beenden, dann wäre vielleicht das Leid nicht so groß. Ich wollte doch Zeit mit ihm verbringen, aber ich wollte nicht, dass nach zwei Wochen Schluss war-einfach so. Ich war von meinen Gefühlen hin- und hergerissen. Mein Kopf sagte mir, beende es jetzt und mein Herz sagte mir, du liebst ihm. Geb eurer Liebe eine Chance. Ich schaltete meinen Kopf aus und hörte auf mein Herz.
Ich saß noch eine ganze Weile dort und dachte einfach nur nach... einfach mal allein sein,`dachte ich mir. Als es dann langsam dunkel und kalt wurde, beschloss ich mal wieder rein zu gehen. Ich war ein wenig betrückt, aber überspielte das mit einem leichten Lächeln. In der Küche saßen noch alle und führten eine Unterhaltung. Naja alle, außer Timo, der es wieder mit seiner Schlampe trieb. Ich setzte mich auf einen Stuhl und tat so als würde ich der Unterhaltung zu hören, dabei war ich gar nicht richtig anwesend. Plötzlich hörte das Geplapper auf und ich merkte, wie alle Blicke auf mich gerichtet wurden.
"Was," fragte ich gereizt.
"Wir haben dich gefragt, ob du morgen mit ins Schwimmbad willst," sagte Franky.
"Und was soll ich, eurer Meinung nach, anziehen," fragte ich. Ich hatte doch nicht daran, Schwimmsachen anzuziehen.
"Gar nichts," grinste Linke.
"Ne Boxershort von mir und nen BH von dir," meinte Jan grinsend.
"Joa klar," sagte ich sakastisch, ,,damit seh ich aus wie nen Penner. Ne ne, ich bleib lieber hier."
"Dann bleib ich auch hier," meinte Jan, ,,ohne sie, da hab ich auch keinen Bock."
"Vielleicht kann Timos Tusse dir ja was leihen," meinte David.
"Von der Schlampe will ich nichts anziehen, fahrt ruhig. Wir kommen schon alleine klar" sagte ich und grinste zu Jan. Der überlegte erst einen Moment und fing dann an dreckig zu Grinsen.
"Ah ja, wir verstehen," sagte Linke und schaute zwischen mir und Jan hin und her.
"Achso, ich soll euch einen ganz lieben Gruß von Laura sagen und besonders dir, Franky. Ich hab eben mit ihr telefoniert."
"Danke, wenn du das nächste Mal mit ihr sprichst, sag ihr auch mal einen lieben Gruß von mir... ähh uns," sagte Franky mit einem rießen Grinsen auf den Lippen.
"Irgendwie verlieben sich hier alle, das ist die Sommerzeit-außer ich mal wieder," meinte David.
"Och David Schätzchen, warum läutnest du uns," fragte Linke und formte einen Kussmund, ,, ich träume jede Nacht von deinem langen, schwarzen Haar und wie du es dir gefühlsvoll über die Schulter wirfst."
"Alter, verpiss dich," sagte David und drückte Linke weg, weil der mit seinem Kussmund immer näher kam. Franky, Juri, Jan und ich konnten uns nicht mehr halten und lachten laut los. Ich konnte ich nicht mehr, Linke war einfach nur geil!!! Franky konnte sich gar nicht mehr einkriegen und klopfte Linke die ganze Zeit auf die Schulter.
"Du bist einfach nur der Hammer," sagte ich und musste als weiter lachen, mir standen schon die Tränen in den Augen. David, der das anfangs gar nicht lustig fande, fing jetzt auch an zu lachen.
"Ihr seid so scheiße," sagte er lachend.
"Was ist denn hier so lustig," fragte Timo, der Arm in Arm mit seiner Schlampe in die Küche kam.
"Das verstehst du eh nicht, Alter," sagte Jan und lachte als weiter.
"Naja, ich wollt euch nur sagen, dass hier ist meine neue Freundin, sie heißt Kristin," sagte er mit einem komischen Grinsen. Und allen verging schlagartig das Lachen und wir schauten ihn wortlos an. Mit offenen Mündern starrten wir ihn die ganze Zeit an. Er blickte zu mir und zwinkerte mir erneut zu.
"Sie schläft heut Nacht hier," meinte er. Ja Timo, setz als noch eins drauf,`dachte ich mir.
"Sie ist meine große Liebe."
Ich schaute ihn nur ungläubig an. Zweimal gefickt und danach redet man schon von großer Liebe... aja!
Als die beiden wieder die Küche verließen, drehten wir uns alle wieder um. Wir schauten uns gegenseitig an und bekamen schon wieder einen Lachkrampf.
"Seine große Liebe, das ich nicht lache," meinte Linke, ,, zweimal gefickt und dann ist sie seine große Liebe."
Das war echt der Witz des Jahrtausend. Wem wollte Timo etwas beweisen? Sich selbst? Uns? Sogar David musste lachen und der war sein bester Freund.
"Ich hab schon Bauchschmerzen vom Lachen," meinte Franky und lachte als weiter. Nach einiger Zeit hatten wir uns alle wieder eingekriegt. Linke fing an die ersten Flaschen Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Ich trank auch eine und Jan ebenso. Bei ihm blieb es aber nicht bei einer, sondern bei mehreren. Ich hab nicht mitgezählt, wie viel der jetzt gesoffen hat,`dachte ich. Alle trunken viel, außer David und ich. Der war dann nach einer Stunde der einzigste mit dem man sich normal unterhalten konnte. Die anderen lallten schon darum, sogar Franky. Und Jan? Der hatte gesagt, er wollte nichts trinken. Das Ergebnis sieht man jetzt. Er war vollkommen besoffen, hatte glasige Augen und konnte nicht mehr vernünftig reden. Er hing die ganze Zeit an mir dran und küsste mich, dabei schmeckte er nach Alkohol und zwar extrem. Nachdem Timo und seine "Freundin" auch hochkamen um etwas zu trinken, beschloss ich runter zu gehen, denn ich war müde.
"Ich geh jetzt mal pennen," sagte ich. David stand auf.
"Ich komm mit. Das kann man sich ja nicht mehr anhören, ihr seid so besoffen."
"Ciao," sagte ich und winkte allen zu.
"Schatz, wo willlst du denn hin," lallte Jan.
"Schlafen," sagte ich gereizt.
"Krieg ich keinen Kuss mehr," fragte er.
"Nein," sagte ich und David und ich gingen hinunter in das riesige Zimmer. Hier war es echt sehr gemütlich, es gab ein riesiges Sofa, das man auziehen konnte. Und dann hatte David auch noch ein riesiges Bett.
"Hmm, was soll ich denn zum Schlafen anziehen," fragte ich David. Er schaute zu einem Koffer rüber.
"Zieh doch was von Jan an."
Ich ging an seinen Koffer und holte mir eine Boxershort und ein übergroßes T-Shirt von ihm. Ich lief schnell ins Bad und zog mich um. Dann putze ich mir noch die Zähne, an eine Zahnbürste hatte ich zum Glück gedacht. Jetzt seh ich auch aus wie ein Penner,`dache ich mir. Ich kam aus dem Bad und David schaute mich an. Er konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen. Ich drehte mich einmal im Kreis.
"Ja, mach dich über mich lustig," sagte ich lachend.
"Ich find, die Jungs die sollte heut mal auf dem Boden schlafen," sagte er und gab mir ein Kopfkissen und eine Decke.
"Und wie willst du das anstellen," fragte ich grinsend.
"Wir ziehen das Sofa nicht aus und ich mach mich halt ein wenig breit auf dem Sofa."
"Und ich soll in deinem Bett pennen?"
"Ja klar. Das Sofa ist nicht gerade sehr bequem und weil du ein Mädchen bist, will ich mal meine Manieren nicht verlieren," sagte er grinsend.
"Cool danke," sagte ich und legte mich ins Bett. David machte das Licht aus und ich kuschelte mich unter meine Bettdecke.
"Gute Nacht ," sagte David noch.
"Gute Nacht und danke für alles."
Endlich schlafen, doch irgendwie konnte ich nicht. Ich war doch müde. Ich legte mich auf den Rücken und starrte die Decke an.
Jetzt ist schon eine halbe Stunde um und ich kann immer noch nicht schlafen,`dachte ich nach einer ganzen Weile. Dann kam jemand die Tür rein und lief auf das Sofa zu. Mister Unbekannt setzte sich neben David aufs Sofa und es sah so aus, als würde der jenige ihm einen Kuss auf die Wange geben.
"Was ist denn mit deinem kleinen Versprechen," lallte er und ich wusste es war Jan. David sprang auf.
"Was willst du denn von mir, Alter," schrie er. Ich musste laut loslachen. Jan verstand die Welt nicht mehr.
"Ach David, du bist es," lallte er, ,, wo ist denn mein Schatz."
"Da hinten," sagte er und machte das Licht an, dabei wischte er sich die ganze Zeit an der Wange rum, ,,da will man einmal schlafen und werde von dem sexuell belästigt."
Ich musste immer noch lachen. Armer David, er ist heut irgendwie das Opfer,`dachte ich lachend nach. Jan kam zu mir gepolltert.
"Schatz, darf ich mich zu dir legen," lallte er.
"Ja, sagte ich , drehte mich aber weg von ihm.
"Was ist denn los?"
"Du stinkst nach Bier." Er legte sich also neben mich und nahm ein Stück von meiner Decke. Dann war endlich Ruhe und David machte das Licht wieder aus.
Ich lag eine Weile zwar noch wach, aber konnte dann endlich einschlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich auf und Sonne knallte in das Zimmer. Keiner war mehr hier, anscheinend hatte ich wieder zu lange geschlafen.
Ich ging also hoch und alle saßen am Tisch, sie sahen echt übel aus. Ich setzte mich auf einen freien Stuhl, neben Franky und David.
"Willst du einen Kaffee," fragte David.
"Ja,danke," sagte ich und er gab mir ein Becher. Ich schüttete mir etwas Kaffee ein und trank es zügig aus. Plötzlich prustete ich auf: Ich musste an Jan und David gestern Nacht denken.
"War ich so besoffen," fragte Jan.
David und ich nickten nur energisch mit dem Kopf.
"Du hast mir einen Kuss auf die Wange geben und hast mich angemacht, weil du gedacht hast, ich wäre Lilly," meinte David und Jan wurde rot.Die andern konnten sich ein fettes Grinsen nicht verkneifen.
"Du siehst ja echt heiß aus in der Boxershort," grinste Timo.
"Ha-ha," sagte ich. Seine "Freundin" saß auch schon wieder hier und wie sie mich anglotze.
"Hab ich irgendwas im Gesicht," fragte ich sie gereizt.
"Nein," lachte sie. Am liebsten hätte ich gesagt: Halts Maul, Schlampe. Das konnte ich mir dann grad so verkneifen.
"Wann wollen wir denn dann heut ins Schwimmbad," fragte David.
Linke, Franky, Juri und Jan starrten ihn ungläubig an.
"Sehen wir so aus, als würden wir heut ins Schwimmbad gehen," fragte Linke und zeigte dabei auf sein Gesicht. Damit hatte sich die Frage dann auch schon geklärt.
"Habt ihr hunger," fragte David.
"Wenn ich jetzt was esse, dann kotzt ich," meinte Franky.
"Wir musste heute übrigens auf dem Boden schlafen," meinte Linke und schaute David dabei finster an.
"Echt? Wie kam das denn," fragte er provozierend.
"Außer ich, " meinte Jan und grinste fröhlich.
"Dafür hast du David angemacht," meinte Juri.Ich musste anfangen leise zu lachen. Dann klingelte es schon wieder an der Tür. Da sich keiner von den Jungs aufrappeln konnte, um an die Tür zu gehen, beschloss ich das zu machen.
"Ich geh schon," sagte ich und stand auf. Wer ist das denn jetzt schon wieder,`fragte ich mich genervt. Ich machte die Tür auf und vor mir stand Laura.
Ich starrte sie mit offenem Mund an.
"Was machst du denn hier," fragte ich sie und fiel ihr um den Hals.
"Das klärt sich alles drinen,"sagte sie und drückte mich ganz fest an sie, ,,ich hab dir mal ein paar Sachen mitgenommen."
"Wie kamst du bei uns ins Haus," fragte ich.
"Meine Mum und deine sind ja befreundet und deine wusste, dass ich nach Neumünster fahre. Naja, da hat sie mir halt ein paar Sachen für dich mitgegeben."
"Ich freu mich so, dass du hier bist," sagte ich und wir gingen zusammen rein.
Als wir in die Küche kamen, stand Franky auf.
"Da bist du ja endlich," sagte er und umarmte sie.
"Jetzt versteh ich, das war eure Idee."
"Wir wussten, wie sehr du Laura vermisst. Aber im Endeffekt war es Franks Idee,"meinte Jan. Ich rannte zu Jan und umarmte ihn, dann Juri, dann Linke, daraufhin David und Timo, auch wenn ich den gegen meinen Willen umarmte. Und dann umarte ich noch Franky, der sich von Laura gelöst hatte.
"Danke Franky. Du bist echt ein super Freund. David, du tust mir echt Leid. Wie willst du das denn deinen Eltern erklären?"
"Sie haben angerufen und sie wollen die Kur noch eine Woche verlängern. Also kommen sie in knapp zwei Wochen wieder. Da passt das schon."
"Ihr seid echt die Besten," grinste ich.
"Aber ich bin der aller Beste," meinte Jan mit einem angeberischen Lächeln.
"Nach mir," meinte Linke. Laura fing an zu lachen.
"Willst du was trinken," fragte Franky sie.
"Nee, danke. Zeigt mir einer mal das Haus?"
"I..," wollte Franky sagen, doch T:mo kam ihm zuvor.
"Ich kann dir die Bude zeigen," sagte er und grinste dabei wieder so dreckig. Dann gingen die beiden durchs Haus und er zeigte ihr alles. Ich sah Frankys endtäuschten Blick. Die kleine Schlampe saß immer noch bei uns am Tisch. Ich hätte ihr am Liebsten richtig die Meinung gesagt, hätte ihr gesagt, dass Timo nur mit ihr spielt, aber ich konnte es mir verkneifen und dachte mir nur meinen Teil. Franky setzte sich wieder an den Tisch, stützte seinen Kopf mit einer Hand. Man, der mag Laura echt gerne,`dachte ich mir. Dieser dumme kleine Hopper. Er hat doch genügend, warum kann er Franky nicht mal sein Glück gönnen?! Ich hasse ihn, ich hasse ihn... diese drei Worte hallten mir die ganze Zeit durch den Kopf.
"Süße, wollen wir ein bisschen spazieren gehen," fragte mich Jan und riss mich aus meinen aggresiven Gedanken.
"Ja, klar. Vorher zieh ich mich aber um, so kann ich ja nicht auf die Straße," sagte ich grinsend und schaute an mir herunter.
"Ich find, du siehst heiß aus," lachte Jan. Ich grinste ihn nur ungläubig und machte mich auf den Weg nach unten. Timo und Laura waren anscheinend im Proberaum, denn in Davids Zimmer waren sie nicht und im Bad auch nicht. Ich beschloss, mich trotzdem im Bad umzuziehen. Bei Timo konnte man ja nie wissen.
"Ich glaube, Franky hat sich in Laura verknallt," sagte ich zu Jan, als wir durch die Straßen Neumünsters liefen.
"Meinst du?"
"Ja, er war traurig, als Timo ihr das Haus zeigen wollte. Außerdem spricht so viel dafür."
"Ich weiß nicht," sagte er und nahm meine Hand.
"Ich hasse Timo," sagte ich und meine Stimme erfüllte sich mit Aggresivität.
"Nein, sag sowas nicht. Okay, er ist manchmal nervig und das mit seinen Weibern ist auch ätzend, aber er ist ein super Kumpel- eigentlich."
"Genau! Eigentlich, du sagst es. Ich kann ihn einfach nicht leiden, er denkt immer, er wärs!"
"Timo eben. Entweder man kommt mit seiner Art klar oder eben nicht."
Ich schaute betröbelt zu Boden.
"Ich habe nur Angst, dass Laura sich in ihn verliebt. Als wir nach dem Konzert mit euch geredet hatten, wusste Laura einfach nicht, wenn sie besser fand: Franky oder Timo. Und wenn sie sich jetzt in ihn verliebt? Dann ist sie doch traurig, weil er eh nur mit ihr spielt."
"Süße, Laura ist erwachsen. Sie weiß, was sie tut," sagte er beruhigend und legte seinen Arm um mich.
"Aber sie ist doch meine Freundin! Meine Beste!"
"Aber ich bin der Beste," grinste er frech.
"Das sowieso," sagte ich und gab ihm einen Kuss.
"Du fandest das heut Nacht sehr komisch, mit David, oder?"
"Ja, allein schon bei dem Gedanken daran, könnte ich wieder loslachen. Seh ich David denn so ähnlich."
"Nein, du bist viel hübscher!"
"Das kann man ja nicht vergleichen. Er ist ein Junge und ich ein Mädel."
"Naja, bei David bin ich mir da nicht so sicher," grinste er, ,, mir brummt so der Schädel."
"Das kann ich mir gut vorstellen. So besoffen wie du gestern warst. Vielleicht bist du doch nicht erwachsener geworden," grinste ich frech.
"Hmm vielleicht, vielleicht aber auch doch."
"Weißt du, was mich die ganze Zeit schon beschäftigt?"
"Wann wir endlich mal alleine sind?"
"Das auch," grinste ich, aber dieses Lächeln verschwand dann wieder, ,, was wird aus uns nach diesen zwei Woche. Ich mein, du wirst deine Musikkarriere weiter machen und ich? Ich werd wieder nach Köln gehen."
Das Grinsen von Jans Lippen verschwand nun auch, er schaute mich ratlos an.
"Ich weiß nicht. Aber ich will dich auf keinen Fall verlieren, das könnt ich nicht ertragen! Wir werden das schon irgendwie machen, das weiß ich!"
"Aber wie," flüsterte ich ratlos vor mich hin.
"Die ganze Zeit, in der wir zusammen sind, das ist die beste Zeit, die ich je in meinem Leben habe. Ich liebe es, mit dir zusammen sein. Und ich will nicht, dass nach zwei Wochen Schluss ist!"
"Meinst du ich will das? Aber wie soll das denn gehen?"
"Wir werden eine Lösung finden. Das vesprech ich dir," sagte er und zog mich zu sich. Wir standen dort und umarmten uns einfach. Eine ganze Weile, in seinen Armen hatte ich ein Gefühl von Geborgenheit. So hatte ich mich noch bei niemanden gefühlt und es war unglaublich schön.
"Lass uns nicht überlegen, was in zwei Wochen ist. Jetzt ist was zählt!"
"Du hast ja recht, " sagte ich und ein leichtes Grinsen belegte meine Lippen.
Als wir wieder zu Hause ankamen, saß Franky auf der Treppe. Sein Kopf wurde diesmal von beiden Händen gestützt und er schüttelte die ganze Zeit mit dem Kopf.
"Geh schonmal rein, ich will mal mit ihm reden," sagte ich zu Jan.
"Süße, du machst dir viel zu viele Sorgen, aber okay," sagte und zuckte mit den Schultern. Er ging rein und ich setzte mich neben Franky auf die Treppenstufen. Ich legte einen Arm um ihn.
"Was ist los," fragte ich ihn besorgt.
"Timo hat sich von seiner Freundin getrennt und Laura und er haben sich geküsst," sagte er, aber er guckte mich nicht an. Nein, er schüttelte immer noch mit dem Kopf und guckte auf den Boden. Da ist man knapp eine Stunde nicht da und hier passiert das reinste Chaos,`dachte ich.
"Du hast dich in sie verknallt, oder?"
"Ja, aber ich bin einfach nicht gut genug!"
"Franky hör auf so nen Schwachsinn zu sagen! Natürlich bist du gut genug, das wird Laura auch bald erkennen! Ich werde noch mal mit ihr reden. Timo spielt doch nur mit ihr! Er ist ein dummer Hopper, der denkt alle würden auf ihn abfahren! Man Franky, du hast sie verdient, mehr als jeder andere auf dieser Welt! Du musst mit ihr reden und ihr sagen, wie sehr du sie magst! Zeig ihr, wie viel sie dir bedeutet! Sie mag dich auch sehr, das weiß ich! Und jetzt rappel dich mal wieder auf, durch dein traurig sein wird es auch nicht besser! Meinst du, so kannst du sie für dich gewinnen? Ganz sicher nicht! Also los jetzt!"
Er schaute auf.
"Du hast recht. Man Lilly, du bist echt die Beste."
"Jaja, nach Laura," sagte ich grinsend.
Wir gingen zusammen rein, Laura saß bei Timo auf dem Schoß. Ich glaub das hier nich,`dachte ich fassungslos. Ich packte Laura am Arm und zerrte sie ins Wohnzimmer.
"Sag mal, hast du sie nicht mehr alle," fragte ich sie sauer und zeigte ihr den Vogel.
"Was denn," fragte sie, als wüsste sie nicht worum es geht.
"Timo, der spielt nur mit dir. Franky mag dich wirklich, weißt du eigentlich wie sehr ihn das verletzt?! Nein, du hast keine Ahnung, weil du die ganze Zeit mit Timo rummachst! Franky saß draußen und hätte beinahe geheult. Timo hat sich eben von seiner Freundin getrennt und dann macht er sich gleich an die nächste dran und das bist du ja dann! Er spielt doch nur mit dir! Da sind doch keine richtigen Gefühle dabei! Du spinnst doch!"
"Schrei mich doch nicht so an," sagte sie traurig, ,,ich weiß doch, dass Timo nur mit mir spielt! Ich mag Franky auch sehr, aber er zeigt es mir doch gar nicht. Ich wollte gucken, ob Franky was für mich enpfindet, deshalb hab ich Timo geküsst."
Ich packte mir an die Stirn.
"Oh man Laura, du bist eine Idiotin," sagte ich und musste dabei fast schon lachen, ,,rede mit Franky. Der bringt sich sonst um, glaub ich. Ich schick ihn jetzt zu dir und dann redet ihr einfach mal."
Sie nickte nur und ich ging hinaus in die Küche.
"Franky, geh mal zu Laura," sagte ich zu ihm und zwinkerte. Franky guckte ratlos, aber ging trotzdem. Ich setzte mich auf Jans Schoß.
"Siehst du, die beiden finden auch noch zusammen," sagte ich und gab ihm einen kurzen, aber gefühlsvollen Kuss.
"Was machen die beiden jetzt," fragte mich Timo.
"Das geht dich einen Scheißdreck an! Du wusstest ganz genau, das Franky sie toll findet und trotzdem... trotzdem machst du sie an! Du legst eh alles flach, was nicht bei drei aufm Baum ist! Du denkst doch echt du wärst. Du denkst auch, du könntest jede haben! Das regt mich so auf!"
Er schlug mit der Faust auf den Tisch.
"Du kennst mich doch überhaupt nicht! Wie kannst du über mich urteilen, obwohl du mich gar nicht kennst?"
"Ich kenne dich- lang genug, Timo Sonnenschein! Erst schwaffelst du irgendwas von deiner großen Liebe, mit dieser kleinen Schlampe, dann machst du dich auch noch an Laura ran. Mir reichts echt! Du kotzt mich so an, das glaubst du mir gar nicht," sagte ich und schlug auch mit der Faust auf den Tisch.
"Falls es dir entfallen sein sollte! Ich hab auch Gefühle, tut mir Leid, wenn ich noch nicht die wahre Liebe gefunden habe! Meinst du ich kann was dafür? Vielleicht war ich auch schonmal richtig verliebt. Und vielleicht hat sie mir das Herz gebrochen! Woher nimmst du dir also das Recht, über mich zu urteilen?"
Nun wusste ich echt nicht mehr was ich sagen sollte. Scheiße, der hat Recht,`dachte ich mir. Er schob seinen Stuhl zur Seite und ging raus. Ich blickte ihm hinter her. Dann wante ich mich wieder zu den Jungs, die blickten mich alle an.
"Ja, okay! Er hatte Recht," sagte ich gereizt, ,,woher sollte ich das denn wissen?"
"Schon gut! Warum motzt du uns denn jetzt so an," fragte Linke.
"Sorry, ich weiß selbst nicht was los ist," sagte ich und fuhr mit meiner Lautstärke runter.
"Süße, ich glaub du solltest dich bei jemanden endschuldigen," sagte er und machte mit dem Kopf eine Bewegung nach draußen.
"Ich weiß, aber ich kann nicht einfach über meinen eigenen Schatten springen und mich endschuldigen!"
"Aber das solltest du," meinte Jan. Ich seuftze laut und stand dann auf.
"Wo ist er," fragte ich ein wenig genervt.
"Ich glaub, unten im Proberaum," sagte David.
Ich drehte mich um und lief runter in den Proberaum. Man ich hasse es, mich zu endschuldigen ,`dachte ich gereizt.
Ich ging rein, Timo saß auf so einem komischen Hocker.
"Es tut mir Leid," sagte ich kurz.
"Was tut dir Leid? Das du mich angeschrien hast? Das du falsch über mich geurteilt hast?"
"Alles. Ich hab mir nicht die Zeit genommen, dich in irgendeiner Weiße kennen zulernen. Ich hab ein paar Sachen von dir gewusst und habe mir daraus ein Bild von dir gemacht. Ich wusste nicht, dass es auch einen gefühlsvollen Timo gibt!"
"Vielleicht träum ich auch von der großen Liebe."
"Tut das nicht jeder," fragte ich und setzte mich neben ihm auf den Boden.
"Manchmal träume ich echt, endlich die Richtige zu finden. Die wahre Liebe, einander vertrauen. Ich wünsche mir, von jemanden bedingungslos geliebt zu werden. Ich will nicht immer den Coolen spielen."
"Wenn du mit so einer Einstellung mit Mädels reden würdest, dann würdest du auch viel eher eine Freundin finden, die dich akzeptiert so wie du bist. Warum musst du denn auch immer den Coolen spielen?"
Er seuftze und sein Blick wurde traurig.
"Es gab da mal ein Mädchen, sie bedeutete mir alles. Wir waren dann auch zusammen und es war die schönste Zeit in meinem ganzen Leben. Dann hat sie Schluss gemacht, weil sie einen anderen Typen traf, der cooler war als ich. Ziemlich scheiße, was?"
Ich nickte nur. So kannte ich Timo ja gar nicht.Er konnte ja richtig nett und gefühlsvoll sein.
"Ich kann verstehen, wie sehr dich das verletzt hat, aber ich sehe doch gerade, dass du auch total nett sein kannst. Ich hab falsch über dich geurteilt und mich in dir geirrt. Endschuldige."
"Schon okay. Ich verstecke meine gefühlsvolle Seite ja auch gut," sagte er und ein kleines Lächeln huschte über seine Lippen., ,,weißt du, jeder in meinem Umfeld hat Glück. Jan hat dich, Frank hat sich in Laura verliebt. Und ich? Ich krieg keine ab, zumindestens keine, mit der ich mich gut verstehe. Es ist wie ein Fluch, als ob mich das Leben vergessen würde."
"Vielleicht hast du nicht sehr viel Glück in der Liebe, aber jetzt denk doch mal an deine Freunde. Denk an David, denk an die anderen vier. Die würden alles für dich tun! Irgendwann wirst du auch mal die große Liebe finden. Das weiß ich!"
"Danke. Ich kann mir echt gut vorstellen, warum du Jan so gut gefällst," sagte er und umarmte mich, ,,aber bitte erzähl keinem von unserem Gespräch."
"Mach ich nicht! Aber du könntest den gefühlsvollen Timo ruhig öfters mal zeigen." Er stand auf und ging zur Tür.
"Mal sehen," sagte er und zwinkerte mir zu. Danach ging er. Ich setzte mich erneut an das Klavier und fing an "Ein neuer Tag" zu spielen. Ich war zwar nicht die beste Sängerin, habe aber trotzdem mitgesungen. Und sooo schlimm hört es sich auch nicht an,`dachte ich nach dem Song.
"Man, was kannst du gut singen," kam David begeistert die Tür rein.
"Du hast mich gehört," fragte ich und wurde dabei rot, wie eine Tomate. Man, sowas muss immer mir passieren,`dachte ich mir.
"Ja! Du bist ja ein richtiges Talent," sagte er und setzte sich neben mich.
"Jetzt übertreib aber nicht," sagte ich und ich wurde noch röter.
"Das muss dir nicht peinlich sein. Sei eher stolz drauf," sagte er und guckte mich mit seinen blaugrünen Augen an.
"Hat das noch jemand gehört?"
"Nein, schade eigentlich."
"Nein, gut so. Dafür könnt ich mich jetzt schon wieder selber schlagen!"
"Warum ist dir das denn so peinlich? Für deine Stimme musst du dich echt nicht schämen!"
"Keine Ahnung, ich will einfach nicht, das jemand weiß, dass ich hier bei euch im Proberaum saß und gesungen hat. Also David, zu keinem ein Wort, okay?"
Ich schaute ihn flehend an und formte einen Schmollmund. Dazu setzte ich noch meinen Hundeblick auf.
"Ja, schon gut, schon gut! Aber guck mich nicht so an, da kann man ja gleich anfangen zu heulen..."
Sofort setzte ich wieder mein altes, freches Grinsen auf.
"Danke!"
"Was machst du eigentlich hier unten alleine?"
"Keine Ahnung, ich hab mich wieder mit Timo vertragen und dann bin ich halt hier sitzen geblieben. Manchmal brauch ich meine Einsamkeit."
"Ja, das kenn ich. Gar nicht so leicht mit sechs Jungs in einem Haus, was?"
"Ja, ganz schön kompliziert. Aber ich hab euch alle lieb," lachte ich.
"Wir haben dich auch alle lieb und Jan besonders."
Ich grinste und sagte ihm dann, dass ich wieder hoch gehen würde.
"Sind Laura und Franky immer noch in der Wohnzimmer," fragte ich die Jungs erstaunt, als ich wieder in die Küche kam.
"Jau, manchmal hört man ein wenig Geschreie, aber ansonsten nichts."
"Geschreie?"
"Jopp, aber in den letzten paar Minuten eigentlich weniger."
"Man, das ist echt zu viel Aufregung für mich an einem Tag."
"Wir gehen eine Runde spazieren," hörte ich Franky rufen und die beiden verschwanden auch schon aus der Haustür. Jan nahm meine Hand plötzlich und wir liefen zusammen ins Wohnzimmer.
"Hier sind wir endlich mal alleine," sagte er und drückte mir schon einen zärtlichen Kuss drauf. Ich erwiederte ihn und unsere Zunge kam ins Spiel. Und dann löste ich mein kleines Versprechen ein (;p)
Als Jan und ich total verwuschelt in die Küche kamen, mussten alle anfangen zu Lachen.
"Ihr habt," lachte Linke.
"Halt dein Maul! Das geht euch gar nichts an."
Mir war das alles ein wenig peinlich, ich wurde rot und guckte die Jungs erst gar nicht an. Wir gammelten den ganzen Tag eigentlich nur noch rum und lagen auf dem Sofa. Die Jungs schrieben an ein paar neuen Songs, die ich dann auch immer gleich vorgesungen bekam. Doch das einzigste was mich beunruhigte war, dass Franky und Laura immer noch nicht da waren. Als es schon langsam dunkel wurde, kamen die beiden endlich. Sie hielten Händchen und ich wusste schon was los war. Ich grinste Laura nur an und legte mich dann wieder neben Jan, denn wir lagen alle bereits schon im Bett.
"Oh, es gibt schon Frühstück," sagte ich, als ich verschlafen in die Küche kam. Alle begrüßten mich mit meinem freundlichen `Guten Morgen` und aßen weiter. Ich tat genau das Gleiche, denn ich hatte rießigen Hunger. Nachdem alle gegessen hatten, wollten sie nochmal irgendwas einkaufen fahren. Alle wollten mit außer mir und Laura. Wir hatten uns ja auch viel zu erzählen. Sie erzählte mir, wie Franky und sie endlich zusammengefunden hatten. Und ich erzählte ihr viel über Jan und mich.
"Ich bin so glücklich, dass du hier bist," sagte ich mit einem strahlenden Grinsen in meinem Gesicht.
"Und ich bin froh, hier zu sein."
Dann kamen die Jungs auch schon wieder.
"Rate mal, was die Massenweiße dabei haben," fragte mich Laura.
"Was denn," fragte ich vollkommend ahnungslos.
"Alkohol, ich hab vom Fenster aus die Bierkästen gesehen."
"Och nee, net schon wieder!"
Die Jungs kamen also die Tür hinein und in Timos Arm lief ein anderes, junges Mädel. Es hatte braune, lockige Haare und lief rum wie ne Schlampe.
"Wo hat er die denn schon wieder aufgetrieben," fragte ich Franky, der gerade zwei Bierkisten auf den Tisch stellte.
"Im Supermarkt, komisch oder? Gestern noch was von seiner großen Liebe gelabbert und heut?- Gleich die Nächste!"
Alle setzten sich an den Tisch und schon ging die Sauferei los. `Schon am frühen Morgen fangen die Deppen an zu Trinken,`dachte ich mir genervt. Laura trunk auch was, wie die "Freundin" von Timo. David und ich waren mal wieder die einzigsten die keinen Alk tranken. Laura saß auf Frankys Schoß und die beiden küssten sich ab und zu. Ich freute mich so für sie und natürlich auch für Franky. Sie waren glücklich, im Gegensatz zu mir. Jan redete kein Wort mit mir, nur mit Timos "Freundin".
`Das guck ich mir echt nicht mehr mit an," dachte ich mir und wollte einen außgiebigen Spaziergang machen. Ich lief den gleichen Weg, den ich auch mit Jan gelaufen war. Plötzlich fing es an zu pissen. `Man, warum muss das gerade jetzt passieren? Ich hab heut echt die Arschkarte gezogen!`
Ich steckte mir die Kopferhörer meines i-Pod in die Ohren und hörte ganz laut "Alles endet hier". Als der regen stärker wurde, beschloss ich nach Hause zu rennen. Doch das nützte nicht mehr viel, denn als ich vor Davids Haus ankam, war ich total durchnässt. `Erstmal umziehen,`dachte ich mir, als ich die Haustür betrat und mir die Kapuze herunter zog. Ich wollte gerade die Treppe hinunter, da hielt mich jemand am Arm fest.
"Geh da nicht runter," es war Timo, der mich besorgt anguckte.
"Timo, guck mich mal an, ich bin total nass. Warum soll ich nicht darunter?"
"Weil... weil es... daunten total stinkt."
"Ich werds überlegen," sagte ich und meinen Arm weg. Ich stapfte also die Treppen runter und öffnete die Tür von Davids Zimmer. Doch was ich dort sah, verschlug mir den Atem. Ich schaute geschockt auf das Sofa. Dort saß Jan und über ihm? Timos "Freundin", nur noch mit BH und Jeans bekleidet. Ich konnte es einfach nicht glauben.
"Was machst du denn hier," fragte er noch. Ich drehte mich um, schlug die Tür gewaltvoll zu und rannte nur noch weg. Einfach nur noch raus aus diesem Haus, wieder rein in den Regen. Es fühlte sich an, als würde ich fallen. Es fühlte sich an, als würde ich in ein tiefes Loch aus Trauer und Endtäuschung fallen. Warum gerade er? Der, der mir am meisten bedeutet!
Die erste Träne rollte mir über die Wange, daraufhin folgte die zweite. Ich merkte, wie mir jemand hinter her rannte.Ich beachtete seine Rufe nicht und rannte einfach weiter. An Häusern vorbei und über die Straße... RUMS!!!
Schwach öffnete ich meine Augen und sah nur Umrisse von den Personen, die um mich standen. Alles tat mir weh. Mein Kopf, meine Brust, mein Bauch, ja sogar meine Beine. `Wo war ich hier gelandet?`
"Wo bin ich," fragte ich leise und richtete mich langsam auf. Jemand drückte mich sanft zurück.
"Bleib liegen!" Diese Stimme, das war doch ...
"Timo?"
"Ja, die andern sind auch da!"
"Wo bin ich? Und was ist passiert?"
"Du bist im Krankenhaus... wurdest von nem Auto angefahren."
"Weißt du noch warum, du rausgelaufen bist," fragte mich eine Stimme, die sich ganz nach Laura anhörte.
"Türlich weiß ich das noch. Der körperliche Schmerz ist aber lang nicht so groß, wie der Seelische.Was fehlt mir denn?"
"Du hattest innere Blutungen, aber die wurden gestoppt."
Langsam verschärfte sich mein Blickfeld.
"Ihr seid ja tatsächlich alle da," meinte ich und ein leichtes Grinsen belegte meine Lippen.
"Türlich, wir haben uns alle Sorgen gemacht," meinte Linke, der bei meinen Beinen stand. Ich schaute mich um, mein Blick blieb bei Laura hängen. Sie hatte ein verheultes Gesicht und fette Augenringe.
"Leute, es geht mir gut," sagte ich und versuchte die besorgten Gesichter zu trösten. Das gelung mir aber irgendwie nicht ganz so.
"Ist er auch da," fragte ich zögernt.
"Jau, dahinten. Er sitzt in der Ecke auf einem Stuhl. Er war die ganze Zeit bei dir!"
"Schön für ihn," sagte ich kaltherzig.
"Lilly," meinte Jan und trat an mein Bett.
"Was willst du? Schluss machen? Das werd ich für dich erledigen. Es ist aus. Sobald ich hier raus bin, fahr ich zurück nach Köln. Besser bei meiner gewaltätigen Mutter, als bei dir."
"Ich war betrunken," versuchte er sich zu rechtfertigen.
"Schön. Ist ja nix Neues!"
"Ich liebe dich doch!"
"Ja, das hab ich gesehen. Es ist genauso, wie Timo es gesagt hat. Hast mich einmal flachgelegte und mich dann fallen gelassen. Warum war ich so naiv und hab dir vertraut?!"
Eine Träne lief mir über die Wange.
"Nein, so ist es nicht. Du weißt, dass es nicht so ist!"
"Ich weiß, was ich gesehen habe! Das reicht mir. Lass mich zu frieden. Du bist für mich gestorben."
Nun floss auch ihm eine Träne über sein Gesicht. Sie fiel auf meine Bettdecke, dann lief er zur Tür, drehte sich noch einmal um, verschwand dann aber. Ich schloss meine Augen und noch mehr Tränen, schoss mir übers Gesicht. Ich wischte sie weg, wollte nicht vor allen heulen. Timo nahm meine Hände aus dem Gesicht.
"Wein ruhig. Lass es raus."
"Ich hab gedacht, er liebt mich wirklich," heulte ich. Mein Herz war gebrochen und mein Atem schwer. Timo machte ein Handzeichen, damit die anderen rausgingen. Er griff nach meiner Hand.
"Er liebt dich wirklich. Lilly, ich weiß es! Er saß die ganze Zeit hier, hat nicht einmal geschlafen. Hat weder getrunken noch gegessen. Er hat mit dir geredet, hat sich mit dir unterhalten, als ob du es verstehen würdest. Er hat sich tausend Mal bei dir endschuldigt und immer wieder hat er geweint."
Bei seinen Erzählungen flossen mir noch mehr Tränen übers Gesicht.
"Aber wie soll ich ihm wieder vertrauen?"
"Das geht nicht von heut auf Morgen. Das müsst ihr erst wieder aufbauen."
"Was soll ich denn jetzt, deiner Meinung nach machen?"
"Rede mit ihm. Ihr macht euch nur beide damit kaputt. Ich schreib ihm ne SMS, das er her kommen soll. Es wird alles gut, das versprech ich dir."
Ich richtete mich auf und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Wir warteten einige Minuten auf seine Antwort. Timo las sie laut vor:
"Ich komm sofort vorbei. Ich will sie nicht verlieren,Timo. Du weißt, wie viel sie mir bedeutet. Siehst du, er liebt dich. Ich werd jetzt gehen, ne."
"Timo. Danke, ich hab dich echt unglaublich lieb."
"Ich dich auch! Mach das Beste drauß."
Timo verließ den Raum und wenige Minuten später kam Jan hinein. Er setzte sich auf meine Bettkante.
"Ich... es tut mir alles so schrecklich Leid," sagte er verunsichert.
"Mir tut es Leid, dass ich gesagt hab, du seist für mich gestorben."
"Ich war betrunken. Ich liebe nur dich, Lilly. Ich kann nicht ohne dich. Du bist ein Teil von mir. Das wusste ich schon ,als ich dich zum Ersten Mal sah. Ich genieße jede Sekunden mit dir. Wenn du nicht bei mir bist, fehlt ein Teil von mir. Ich will dich immer bei mir haben. Dich umarmen, dich küssen, mich um dich sorgen. Bitte Lilly, gib mir nur noch eine Chance!"
Ich schaute ihn unsicher und nachdenklich an. `Man, ich liebe diesen Idioten.`
Ich legte meine Hände um seinen Nacken und starrte in seine glasig, grünblauen Augen. Wir küssten uns zärtlich.
"Heißt das jetzt ja?"
"Nicht reden-küssen," sagte ich und zog ihn noch näher zu mir.

 Ende

 




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